Band 
Dritter Band.
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386 Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

Räthselgedicht, zu dem man schon einen Namersschliässel herausgab, unddas voll von breiter Weisheit steckt. Wir hörten oben schon, daß Flemingein ähnliches allegorisch-historisches Werk wer den 30jährigen Kriegan die Seite setzen wollte; auch Andreas G.yphiuS trug sich mit derAbsicht, diesen Gegenstand in einem ähnlichen Werke, Eusebie, zubearbeiten, wie man aus einem Ehrengedickte an den Uebersetzer derAriana erfährt^). Es schien aber, als ob der Muster weit mehrere zuuns verpflanzt sein müßten, ehe man sich an eigene Erzeugnisse wagenkonnte, und hier erkennt man in der That, vie wenig diese Zeit erfin-derisch war. Aus dem so reichhaltigen Stofe des 30jährigen Kriegeswußte man säst nichts in dieser Art zu gestalten, als was etwa CarlMelchior Grootnitz von Grodnow in seiner „Reu aufgeführten Geschicht-säule" (1646), von der Argenis begeistert, in dieser „neuen Art Geschichtezu erzählen" über die Ereignisse dieser Zeit unter verstecktem Namen vor-bringt, oder was Birken bei Gelegenheit der Friedcnsfeste schuf, wo ersich in Prosa und Versen stets abschrieb und wiederholte. Die frucht-bringende und die Pegnitzer Gesellschaft mußte also erst ihre Mannschaftaufbieten zu ferneren Uebersetzungen. In der ersteren Dienst übersetzteWerder die Dianea von Loredano (1644), wo in Episoden die Geschichtedes 30jährigen Krieges niedergelegt ist; sein Sohn Paris (1654) die40 heroischen Frauenreden von Seudery; Stubenberg die ganze Reiheitalienischer und französischer Romane, die wir früher genannt haben;Zesen, nachdem er d'Audigiers Lysander und Kalisto (1644) noch der„überirdischen Rosamund" gewidmet hatte, schrieb der fruchtbringendenGesellschaft seinen Ibrahim von der Seudery (1645), der unter ihresBruders Namen erschienen war, in einer Auftragschrist zu; dem 1646noch seine Uebersetzung der afrieauischen Sophonisbe folgte. Unter denPegnitzern wissen wir, daß Harsdörfer die Diana und die Dianea be-arbeitete; Helwig (Montano) übersetzte den Ormund von Fr. Pona(1648), später Adam Pernauer die Almahide der Seudery. Früh wurdees in diesem Orden Sitte, daß sie ihre Haus- und Ehegeschichten indiesem neuen Stile in Romane brachten, erst (wie z. B. die Liebes-geschichte von Dämon und Lisille 1663, von „Joh. Mostain-MatthiaJonsohnen") schüchtern nur von Haus zu Haus gaben, dann aber dieWelt damit beglückten. Unter allen diesen verpflanzten Werken der

227) Wofern mir Clotho nicht die Feder wird entzücken,will ich Euscbien nach Ariana schicken.

die meiner zeiten weh und unerhörte noth — dir klar entwerfen soll.