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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.
Abhandlung über das gelehrte Frauenzimmer einzurücken. Joachim Meierverwebt in seine Lesbia (1690) die Gedichte des Catull, so daßThomasiusdas Werk eine Auslegung dieser Gedichte nennt; so hat er in die Delia,Cynthia, Lyeoris u. a. die Werke des Tibnll, Proper;, Gallus undHoraz verflochten, ja den ganzen Kern der Antiquitäten des Cluverhineingebracht! In diesem Geschmacke fuhr nachher die Masse der Ro-mane fort, die an Zahl am Ende des 17. Jahrhs..ansingen bedeutender,an Umfang und Werth geringer zu werden. Selbst historisch haben siekeinen Werth, weil sie ihre Bedeutung in dieser Hinsicht mit den genann-ten Werken, ihren Vorläufern, theilen. Eine Hauptrichtung der Gelehr-samkeit, die darin durchgeht, ist die Beschreibung ferner Länder, disSchilderung der Sitten und Geschichten ferner Völker. Dies gab unterAnderen der berüchtigten asiatischen Banise (1700) von Heinrich Ans-helm von Ziegler und Klipphausen, dies den meisten Romanenvon Happel einen Hauptreiz. Weltbeschreibung und Geschichte auf ange-nehme Weise beizubringen, war ein Hauptzweck dieser Werke, so wieman auch wohl noch heute aus Walter Srott's Romanen den Charaktervon Orten und Zeiten kennen zu lernen meint. Daß Happel hier undda in die Gegenwart überging, ward von Joachim Meier, dem Ueber-setzer der Zoraide und Verfasser vieler eigner Romane, ausdrücklich geta-delt; man wollte Heldennaturen und andere Zeiten und Gegenden sehen.Die Literatur der Reisebeschreibungen war gerade in ihrer besten Blüte;in der Reihe der Romane dieser Zeit finden wir daher besonders vielehöchst aberwitzige, erdichtete und lügenhafte Reisebeschreibungen in denMond oder in nie dagewesene Länder. In unsern ernsten Romanen deckensich dann gleichfalls die Erdräume aus, indem die Reisebeschreibungenfleißig benutzt werden. Das Ungewisse der Geschichte und der Geogra-phie der Ferne dient nicht weiter, wie in der früheren Zeit, zu Wundernund romantischen Vorstellungen benutzt zu werden, es wird vielmehr nachder historischen Wahrheit erhellt und aufgeklärt. Es war nicht andersmöglich, als daß zuletzt nur noch ein kleines Fleckchen übrig blieb, wohinein blasser Schimmer des Romantischen reichen konnte, als daß nur nochein einzelner Mensch in der Einsamkeit, ein Robinson, im Glänze desWunderbaren stehen konnte; denn je größer die Aufklärung ward, jemehr sich die Wissenschaft abschied, desto unnatürlicher mußten dieseMischromane voll abgeschmackter Abenteuer und Gelehrsamkeit werden.Wie daher die erste Uebersetzung des Defoe'schen Robinson (1721) inDeutschland erschien, so zertheilte sich der ganze Schwall dieser ArtenRomane, die Insel Felsenburg verdrängte die Banise, die Robinsonaden