Band 
Dritter Band.
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Uebersicht der prosaischen Literatur.

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traten an die Stelle der Schelmen- und Ritterromane zugleich, und siespielen auch häufig genug in die Art der Schelmenromane über, dieRobinsone sind Aventuriers, und der übersetzte Gil Blas erschien unterdem Titel des spanischen Robinson.

Die Robinsonaden hatten wir gleich Anfangs als den natürlichstenAusgangspunkt der romantischen Dichtung genannt, die sich ursprüng-lich als griechischer Roman aufthat, nachher im Mittelalter zum Epossich veredelte, später wieder absank in den Roman. Wir haben hier diesenganzen Kreislauf beendet und stehen wieder da, wo die griechischen Ro-manschreiber standen, oder wo sonst solche Zeiten waren, wo sich Eposund Roman das Feld bestellten. Der griechische Roman rang sich ausden Verderbnissen des Epos los, er war an die wirkliche Geschichte oftangelehnt, er war lehrhaft und politisch, wie schon die Cyropädie, er liebtesich mit fernen Ländern und Völkern zu beschäftigen. Dies Alles kehrtjetzt etwa wieder. Von dem was Lueian über Geschichte und Romaneseiner Zeit mittheilt, Paßt unendlich Vieles anf diese Zeiten; Lucian'sSchriften und fabelhafte Reisen wurden vorgcsucht und übersetzt; einendeutschen Lueian dünkte man sich damals an Balthasar Schupp zu haben.Oder wollen wir das Mittelalter vergleichen: wir haben hier wiederrömische Geschichte im romantischen Kleide; wir haben Romangeschichte,wie dort die Reimchroniken und die Geschichten von Alexander undTroja; wir haben Prasch's p^olie erotioa, die mit Barlaam verglichenwird; wir haben die fabelhaften Reisen und Visionen, die sich nebenBrandan stellen können; wir haben in Zesen's Afsenat eine Art vonapokryphischer Geschichte, wie sie in jenem Zeitalter so häufig war. DerRoman hatte sich in diesen Zeiten aber nicht von dem Epos abzulösen,sondern die Rückkehr dahin zu versuchen, wobei sich dann zeigte, daß nurgekünstelte und nachgeahmte Epen noch möglich waren, und daß nur einMessias etwa gelingen konnte, der sich auf einem Geiste von Jahrhun-derten aufbaute, auf einem lebendigen Geiste, nicht auf einem aussterben-den, wie der der Romantik war. Die Vermischung beider Gattungendes Epos und Roman's ist in dieser Zeit allgemein. Alle Theorien derBirken, Omeis u. A. rechnen die neuen historischen Romane unter eineKlasse mit Homer und Virgil; Werder schien ihnen mit der Uebersetzungdes Tasso und Ariost nichts anders gethan zu haben, als Stubenberg mitder des Kaloander; Lohenstein hat sichtlich zu seinem Werke den Homer,wie Anton Ulrich den Virgil studirt und benutzt; und den Ehrenpreisvon Fürstenhäusern, den man gewöhnlich in Schäfergeschichten undRomane brachte, brachten Freinsheim und Hohenberg in ihre gereimten