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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.
Epen, die für nichts mehr galten, und freilich auch nicht mehr waren,als diese Prosageschichten auch. Es ist bekannt, wie Huet in seinem ver-breiteten Werke über die Romane den Unterschied zwischen beiden Gat-tungen so unbestimmt auffaßte; es ist bekannt, daß die Franzosen denTelemach, die Krone dieser politisch-didaktischen Romane, für ein förm-liches Epos erklärten, und weniger bekannt ist es geworden, daß nochKlopstock in seiner Jugend diese Ansicht theilte! Daher ist es kein Wun-der, daß Neukirch diesen Telemach in Verse übersetzte, daß des Roman-fabrikanten Hunold'ö Freund Postel zum Epos überging, und daß baldin der Gottsched'schen Schule das Hinringen auf das Epos allgemeinward. Sie meinten, schulmeisterlich diese Gattung so gut wie jede anderemachen zu können, und hatten den Takt ihres Meisters Opitz nicht mehr.Sie ärgerten sich an den Uebertreibungen, an dem Schwulst, an denpathetischen Charakteren der Banise und der ähnlichen Romane undkehrten ihre Waffen dagegen; unfähig nur soviel zu leisten, wie hiergeleistet war, versuchten sie sich an etwas schwererem, wobei die Dürftig-keit wenigstens mit dem Verse zu verdecken war. Seitdem also wird dieGeschichte des Romans von der des wiederversuchten Epos durchschnitten,bis in dem dritten Viertel des 18. Jahrhs. die historischen und (Haller's)politische Romane mit Gewalt wieder auf den bisherigen Weg zurück-leitctcn. Der Sieg Klopstock's war eine gewonnene Schlacht, kein gewon-nener Krieg. Den Kampf zwischen dem Epos und dem historisch-politi-schen und philosophischen Romane stellt Wieland vollkommen dar, anden sich fast Alles wird anreihen lassen, was in dieser Hinsicht merkwür-dig erscheint.
Aus jener erwähnten Masse der Romanschreiber am Ende des 17.und Anfang des 18. Jahrhs. wollen wir gleich nachher nur noch Einenaushebend betrachten, der uns aus dem Geschichtsromane wieder heraus-führt zum bürgerlichen, satirischen und philosophischen, in dem wir wiedermehr zu Moscherosch zurückkehren und zu dem Grundgedanken, von wel-chem aus wir diese prosaische Literatur betrachten wollten. Die Romanevon Leonh.Rost aus Nürnberg (Meletaon; 1688—1727), vonJoachimMeier in Göttingen (1661—1732), von Aug.Bohse (Talander, 1661 —1730), von Hunold (Menantes, 1683—1721), der bei Bohse in Hallein die Schule ging, von Lehms (Pallivor), von Eberhard Guerner Happelbesonders, der neben Hunold in Hamburg sich ganz der Romanschreibereihingab, und zwischen 1673—90 eine Menge von Werken dieser Art ver-öffentlichte, diese Alle und ähnliche haben nichts, was ihnen einen Platzin der Literaturgeschichte verdienen könnte. Nur dies Eine wollen wir