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Dritter Band.
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Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

Kriege über 30 dieser Stücke verloren, eine Berostana, Begamine, einAugustus Euricus, Jrenochorus u. A., in welchen unter anderen auchdie deutschen Kriegsgeschichten beschrieben waren. In diesen Werkenwird er weit mehr den englischen Schauspielen geähnelt haben, als denspäteren Kunstschauspielen in Alerandrinern, denn es war schon eine ArtGrundsatz bei ihm, für den Schauspieler in Prosa zu schreiben. Und daer eben für diese Aufführung vor dem Volke noch schrieb, so brauchte erauch noch die Mittel des Volksstücks. Er hatte zwar, ein verfrühterGottsched, gewünscht, nur ernsthafte Stücke zu geben, allein man wardamit nicht zufrieden; er mußte lustige Zwischenspiele, die mit derHandlung nichts zu thun hatten, Anschieben; da erlangte er großesLob, denn den Leuten war mit „Hans Suppe" mehr gedient „als mitdem ernsthaften Cato." Diesem Lobe bequemte er sich dann. Dieserkennen wir sogleich in den Stücken, die von ihm gedruckt worden sind.Unter diesen nennt er die Jreneromachia und zwei Tragödien Herodesund Perseus (1634), die wir nicht kennen. Sein FriedewünschendesDeutschland (1647) ist ein Stück, das man der allgemeinen Absicht undBehandlung nach mit den Satiren Moscherosch's vergleichen würde, derauch offenbar Kleid und Farbe dazu hergegeben hat. Das alamodischeDeutschland erscheint hier als eine Frau den alten Königen Ehrenvestund Hermann gegenüber, über die sich die moderne Dame erzürnt; einenfeineren Besuch von Franzosen und Spaniern erhält sie im 2. Art, siegibt ihnen ein Bankett, bei dem sie die Fremden in Schlaf trinken unddann ausplündern, daß sie zur Bettlerin erst, und dann auch noch vondem Quacksalber ratio 5tstus völlig ruinirt wird, bis sich dann derfrüher vertriebene Friede wieder über sie erbarmt. Die Aufführungwünscht Rist aufs prächtigste; alles soll ernsthaft und rührend sein, gra-vitätische Instrumentalmusik und passende Lieder sollen Kurzweile schaf-fen. Das Bankett dient zu einem kostbaren Schaustück, Zwischenspielesind eingeschoben, die aus lebenden Bildern bestehen, am Ende erscheintGott Vater bei geöffnetem Himmel in seiner Herrlichkeit, so prächtigals man solches mit Fackeln und Feuerspiegeln zwischen den Wolken nurabbilden kann. In dem Stücke selbst tritt Mars aus, herausbrausendmit Trommelschall und Büchsenknall, mit einem blutigen Degen in derFaust, brüllend, und das Maul voll Tabaksrauch, den er herausbläset.Man sieht gleich, dies hätte Aprer alles eben so gut vorschreiben können.Auch in dem Friedejauchzenden Deutschland (1653) werden wir überallan Moscherosch erinnert. In diesem Stücke ist weit mehr politische undmoralische Lehre, als Handlung; ein Wahrmund, im Gefolge des