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Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schleichen Poesie.

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gedrückten Deutschlands, ist hier die Hauptfigur. Auch Andere haben nochallegorische Moralitäten oder christlich-parabolische Stücke geschrieben,die weit mehr der früheren Zeit anzugehören scheinen; wiewohl sie mit-unter schon den bombastischen Alexandriner an sich tragen, pflegen siegemeinhin äußerst roh zu sein. Dahin gehört z. B. die Eviana von Gottfr.Hoffmann (1663), der Eumelio (1657) von I. G. Albinus; dahin derschon oben berührte Willmut des als Sprachforscher bekannten Cas-par von Stieler, (des Spaten), der auch ein Trauerspiel Bellemperieverfertigt hat; und dem Willmut sehr ähnlich sind einige allegorischeSchauspiele von dem göttingischen Pädagogischen Heinrich Tolle (Kun-degis, Wahrgilt und Willbald 1670—73), die wahrscheinlich Stielernzum Muster dienten, so elend sie sind. Wir wollen uns nicht bei densatirischen, historischen und moralischen Allegorien aufhalten, die wir ingroßer Anzahl an die Rist'schen Stücke anknüpfen könnten, und wollennur noch von dem letztgenannten Stücke Rist's erwähnen, daß eS nochvon einer andern Seite her merkwürdig ist und Anknüpfungen erlaubt.Es ist nämlich dabei ein Zwischenspiel angebracht, in welchem Rist deut-licher als er sonst wagte, Zesen anficht. Dieser figurirt darin unter demNamen Sausewind, und soll mit seiner Wäscherin Rosimundc als einPhantast, ein Don Quirote mit Dulcinea, verspottet werden. DaßZesen gemeint ist, geht aus jedem Zuge hervor: sein Diener Bullenbroksagt zu Sausewind einmal, es sei nicht seines Gleichen zu finden, alsetwa Herr Reuterhold von der blauen Wiese. Rist droht ihmauch in dem Stücke selbst mit einer Satire „der deutsche Ausschnei-der." Viele ähnliche Zwischenspiele wären in dieser Art zu nennen,wo noch der alte Charakter der Posse vielfach herrscht, wo die Mode-charaktere der Zeit, besonders Alamode als Student u. s. w.^) durch-genommen werden, ja selbst dieser Sausewind Rist's kehrt wie Mosche-rosch's Philander häufig wieder, und Er und jener Alamode sind auch

231) Um eine Idee von einem solchen Stücke zu geben, bezeichnen wir kurz den In-halt dieses Stückes: ein König Adelheid (der Verstand) herrscht in Barreich (imHaupte), Redewinne, die Vernunft, ist seine Gattin. Der königliche Prinz'ist Willmut(der Wille) Fürst zu Herzberg. Die Eltern wollen ihm das Fräulein Allguda (dashöchste Gut) Fürstin zu Seelevig (Seelenruhe) erwerben. Neble Nathgeber, Fühlhartund Gerwolf (s«m8us und axpeUtu») nehmen ihn aber durch Skaramuz den Narren(apinio) ein und verleiten ihn nach Fräulein Scheinguda. Die Räthe des Königs,Ehrlieb und Wahrmund, führen ihn aber auf den rechten Weg zurück.

232) In Beckh's Schauspiel von Theagenes und Chariclea (1660) z. B. ist einZwischenspiel, wo Alamode als lüderlicher Student erscheint; ähnlich in Sagittarius'Friedrich mit der gebissenen Wange u. A.