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Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schlesischen Poesie.

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zu leben, die schneegebirgten Engelbcüste seiner Geliebten sind ihm Bilderdes großen Bundes Himmels und der Erden. Wo Gcyph auf Kirch-höfen weilt, da wandelt Er unter den freundlichen Göttern der Liebe inPaphos und Cypern. Gegen Gryph's Grabreden voll Ernst und Schauerstehen Hoffmannswaldau'S Grabschriften, (spielerstnnliche Sterbensge-danken 1663) Epigramme von leichtem Witz. Gryphius schmeckt nur denWermut des Lebens, aber Er den Zucker der Liebe; wie die GleichnisseGryph's voll sind von Grabgedanken, so die seinen von Speisen undGetränken, von Süßigkeit und Schmackhastigkeit; wie Gryph's allego-rische Lieblingsfiguren die Geister, die Tugenden und Laster, die Furiensind, so die seinigen seiner Liebsten Augen, Mund und Brüste. Er istgegen den stets wechselnden Gryphius immer Einer und derselbe; in seinerSchreibart Plan und eben, ohne Gelehrsamkeit und überladene Schminke,zart und durchsichtig, in Bildern geistreich und seltsam, aber nicht kühn.Er führte den majestätischen Stil der Schlesier in einen lieblichen über.Ovidische Weichheit und Weichlichkeit sieht in ihm gegen Senera's Stärkeund des Tacitus Ernst. Er hat von Ovid gelernt bei ernsten Sachenschlechte Witze und Wortspiele zu machen, und was der ältere Senera indieser Hinsicht an Ovid tadelt, das setzte Wernicke an Hoffmannswaldauaus. Seine Liebeslieder, in denen er wie Gryph dem Schäferwesen undallen andern Kindereien den Rücken kehrt, sind zum Theil von einemvortrefflichen Fluß der Sprache, weit vorgerückt gegen Opitz, und teil-weise so geglättet, daß sie noch jetzt ohne Anstoß gelesen werden können.In diesen Liedern bringt der „brünstige Geist nur auf der Venusau Opfer,"und es regt sich darin ein kecker und üppiger Ton, ein leichter Sinn, dermit dreister Unschuld von den Heimlichkeiten des Liebesgeuusses spricht.Der ganze Ton deutet auf eine merkwürdige Veränderung der Zeit, diegleichwohl nicht dauern konnte. Solche Hymnen, wie sie Lohenstein aufdie Venus machte, mochte man doch noch nicht an die Stelle der christ-lichen gerückt sehen, und Hoffmann's Lüsternheit beleidigte das ängstlicheGeschlecht noch allzusehr. Hoffmannswaldau empfand dies selbst als erseine erotischen Heldenbriefe in Ovid's Geschmack herausgab, die alsder Kern seiner ganzen Dichtung betrachtet werden. Ziegler u. A. wagtendiese Gattung nachzubilden, und übertrieben sie; ein Bellander ahmtesie in seinen Heldenbriefen (Oels o.J.), Omeis in seinem Grafen Alten-burg (im Anhang zu seinem Eginhard und Emma 1680), ein Wiedemannin einem dickenOpus von poetischen Gefangenschaften (>690), und Andereanders nach. Schon Hoffmann selbst fand diese Gattung mißlich, weildie Liebeshändel bei den Deutschen selten in so viel Umständen wie bei