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Dritter Band.
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Drama. Höhepunkt der schleflschcn Poesie.

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blieb und gepflegt wurde, so schob es sich, wie wir schon srüher anmerk-ten, an und über die Grenze. So können wir unsere Possenspiele dieserZeit nicht mit den niederländischen Kluchten vergleichen. So behieltWien, was wir von komischen Bühnen-Charakteren Gutes oder Schlech-tes haben, allein, und so ward das, was Weise vortrefflich begonnenhatte von Holberg vollendet, der von Weise'schen oder ähnlichen Stückenin Kopenhagen angeregt war. Sein Lustspiel persiflirt oft die deutschenAlamodenarren; gleich der politische Kannengießer baut sich auf einerKlasse deutscher Prosawerke auf, und Hermann von Bremen, der Held,hat auch seine Weisheit aus dem Hercules und aus dem politischenStockfisch.

Gryphius hatte seinen Trauerspielen den Gegensatz des Lustspielsselbst entgegengesetzt, in einer Art, wie es in der neueren Zeit unsererLiteratur nicht gelingen wollte. Christian Weise (1642—1708 inZittau) erscheint dann Lohenstein so gegenüber, wie Molivre dem Racine;er setzte gegen das unnatürliche Pathos und die Bilderjagd dorr die ein-fache Rede des gewöhnlichen Verkehrs, und wies von dem Verstiegenenauf das Naturelle, wie es dem Lustspiele zukommt, zurück. Wie sichGryphius zu dem pathetischen ernsten Romane verhält, so Weise inseinen Lustspielen zu Moscherosch, dem er in seinen satirischen Romanennacheiferte. Hätte Weise sich nicht an weltlichen und geistlichen Gedichtenversucht, wo seine „naturelle" Dichtungsart, wie sie nach seinem Vorgängeeine Zeit lang genannt und getrieben ward, weniger hinpaßte, so würdeman in den Vorwurf nicht einstimmen, der ihm über seine Plattheitschon in und nach seiner Zeit gemacht wurde, weil sein ungezwungenerAusdruck im Lustspiel und komischen Romane am Orte, und der Gegen-satz gegen die hochtrabende Poesie der andern wohlthätig war. Alleinin jenen Gedichten^ erscheint er allerdings gar zu sehr, wie ein Ristund Dedekind, als bloßer Reimschmied, und hat den Tadel Wernicke's,daß er zu viel schrieb, verdient, wenn auch nicht den des franzöfirendenLeibnitz, daß er schmutzige Ausdrücke nicht scheue. Nicht als ob dieserTadel nicht in der Wahrheit begründet sei, allein es thut wohl, auch umdiesen Preis einmal wieder eine Stimme der Natur zu hören. Von seinengeistlichen und Gelegenheitsgedichten abgesehen, charakterisirt er sich als

S6Z) Seine geistlichen Gesänge sind: Tngendlieder 1719. Trost- und Sterbe-andachten 1726. Büß- und Zeitandachten 1726. Man muß dabei nicht vergessen, daßer sie nicht selbst herausgab (wie er dagegen mit seinen weltlichen Gelegenheitsliedernin den reifen Gedanken IK82 gethan hat).