Anfänge der Polemik, u. s. w.
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Schlesier. Hofpoesie.
Hier hing man in fester Verehrung den neuesten großen Musterndes Vaterlandes, besonders Hoffmannswaldau, an. Wir haben obenschon Mühlpfort genannt, als einen der aufs innigste noch mit denDreien zusammenhängt, und zu ihm müssen noch andere gestellt werden,am verwandtesten Hans vonAssig (1650—94) aus Breslau, dessengesammelte Schriften wie Mühlpfort's erst nach seinem Tode (1719)herauskamen. So schrieb auch HanS Aßmann Freiherr von Ab schätz(1646—99) aus Wörbitz nicht für die Oeffentlichkeit, gleichfalls aus deruns nun schon geläufigen Ansicht, daß die Poesie mir als Nebenwerkzn behandeln sei. Sein berühmter pastor- iiäo ging lange blos im Manu-srript und dann blos in ein Paar gedruckten Exemplaren („der Tentsch-redende Treue Schäfer." o- O.u. I.) um, bis er in seinen „Uebersetzun-gen und Gedichten" (1704) allgemein zugänglich ward. Auch Er wieAssig hat mit Hoffmann die italienische Schule gemein; in seinem da-mals berühmten Gedichte auf den Arminius spricht er seine Verehrungfür Lohenstein in dessen Sprache und Weise aus, die ihm sonst nicht ge-wöhnlich ist, und Lohenstein seinerseits meinte schon darum sehr mitAbschatz zu sympathistren, weil er für gewisse geistliche Poesten ganz un-abhängig auf denselben Titel (Himmelschlüssel) gefallen war, den Ab-schatz für die (einigen gebraucht hatte. Seine Schicksale aber stelltenAbschatz auffallend dem Andreas Gryphius nah, und daher streiten sichnun Gryph's Stoffe und strenge Anschauungsart mit Hoffmann's Ma-nier der Form ganz eigenthümlich bei Abschatz. Er hatte im 5. Jahreseinen Vater, im 12. seine Mutter, und in ähnlichen Zwischenräumenzwei Brüder, Schwester und Schwager in Einem Jahre und endlich dieletzte Schwester verloren, hatte wiederholte Feuersnoth und eine gefähr-liche Krankheit zu bestehen, und nur zuletzt war sein Haus gesegneter,Alles fast eben wie bei Gryphius. Wie dieser hatte er große Reisen inFrankreich, den Niederlanden und Italien gemacht und es kam ihn schweran, aus dem schöneren Himmel in die düstere Heimath sich zurück zu ge-wöhnen. Wie bei Gryphius begegnet man nun bei ihm einer ernstenStimmung, Sarggedanken, Betrachtungen der Ewigkeit; einzelne For-men und Stoffe, das Studium des Bälde, Kircher, Horaz, Alles erin-nert an Gryph, und auch das, daß gleichsam bei ihm die Bardenmaniedes 18. Jahrhs. vereinzelt hervorbricht. Alles aber erscheint in demwohlthuenderen Charakter des Mannes milder; das Finstere des Gry-phius verwischt sich in der Hoffmann'schen Glätte, ebenso wie das