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Dritter Band.
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4?8 Eintritt des Kunstcharakters der neueren Zeit.

Gedankenhafte, Gewaltige, Volle mit dem ebneren Flusse, der diesenWeise'schen Zeiten gewöhnlich ist, verschwindet. Noch darf man anfüh-ren, daß wir bei Abschatz jene Vereinigung von religiösen, moralischenund Naturbetrachtungen finden, die den Schweizern und Hamburgernmehr eigen ist. Wir übergehen eine Reihe von unbedeutenderen geist-lichen oder Epigrammendichtern, wie die Nenmann, Manersberger,Männling, Martin Hanke, Wend; den Einen Schmolck werden wir aneiner anderen Stelle noch unter den geistlichen Dichtern anführen. AnChristian Gryphius dagegen (1649—1706), Andreas' Sohn,dessen Wirsamkeit an der Breslauer Schule noch lange nach seinem Todegesegnet ward, wollten wir den Einfluß zunächst der Weise'schen Schuleauf die Schlesier nachweisen. Christian Gryphius bewundert zwar dasihm nahe stehende Kleeblatt in hohem Maße und setzt Hoffmann überOpitz; dennoch streitet er gegen ihr Wesen, nennt es unzeitig, daß dieSchlesier den Wälschen nachäffen, und wollten sie es. so sollten sie diehohe Schreibart der Italiener des 17. Zahrhs. vor Augen haben. Erweist auf Opitz zurück, er hält es für goldne Regel, die gebundne Redenicht gezwungener als die prosaische zu schreiben. Bei all dem ist er ineinem großen Theile der Stücke seiner poetischen Wälder (1698), viel-leicht in den Jugendgedichten, ein Schüler seines Vaters. Er geht be-sonders in den persönlichen auf eigene Verhältnisse gedichteten Liedernvon geistlicher Farbe auf das Gewaltige und Erschütternde seines Vatersaus, wie Abschatz auf das Schwermüthige und Rührende. Beide theilensich in die Eigenschaften des Alten. Diese Gedichte Christian's sind wieaus einem „sicheren" Gemüthe geschrieben, das sich selbst reuig er-kennt, das sich wie ein Scheusal anspeit, das in Christs Wunden ver-senken will, was nach Kedars Pfütze an ihm stinkt und was es mit So-doms Dampf befleckt. Es ist so viel hier von dem Lasterstank die Reve,daß es ästhetisch übel riecht. Der Dichter wollte sich absichtlich hüten vorfernen Gleichnissen, aber daß er das Abendmahl den Frühling der er-starrten Brust, eine Zuckerfrucht, süße Marmeladen gegen die Fladender Welt nennt, liegt nicht eben nah, so wie es auch nicht eben hoheAusdrücke sind, die er anpreist. Sonst allerdings traten Deklamationund Ausrusungs- und Fragezeichen, die gewöhnlichen Masken einerhohlen Poesie, an die Stelle der Bilder seines Vaters; und noch andereStücke finden sich die ganz so wäßrig und Platt sind, wie die der Weise-scheu Schule.

Abschatz und Gryphius sind übrigens die einzigen Schlesier, in de-nen etwas von des alten Gryph'ö Geist und Art sichtbar bleibt; wie bei