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Erster Band.
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„schreiben Catinat's vom 12. Juli in Händen, worin er„dem Marquis dc Crenan die Weisung giebt, sich zum„Schein, so gut als es die Umstände erfordern, zu verthei-digen , seine Soldaten zu schonen, und wenn es Ernst„würde, zu kapituliern."

„Wenn man uns innerlich nicht verkauft, so„geschieht es von außen, weil unsere Feinde„unsern Zustand immer besser als wir selbst ken-„ncn: denn die Uneinigkeit und Mißgunst steht„allen Kenntnissen entgegen."

Engen langte den 11. Dezember zu Wien an. Noch vorseiner Abreise von Turin hatten seine Berichte den Kaiser be-stimmt, neue dringende Schritte zu thun, damit der Herzog vonSavoyen den Augsburger Bund erneuere. Ohne Zögern willigteVictor Amadäus im Oktober in dieses Begehren; zu gleicherZeit aber setzte er den Grafen von Tcssö von dem Vorgängemit der Versicherung in Kenntniß, daß er gänzlich mit dem Kaiserzu brechen gesonnen sey, wofern Frankreich sich zur Demolirungvon PiHnerol und zur Ucbergabe dieser Stadt an ihn verstehe.Ludwig XIV., des kostspieligen Krieges IN Savoyen müde,beauftragte den Grafen von Tessö zum Abschlüsse eines Präli-minar-Vertrags unter den möglichst vortheilhaften Bedingungen.Am 30. Mai ward derselbe während einer Wallfahrt des Her-zogs nach dem heiligen Hause zu Loretto abgeschlossen, und ent-hielt im Wesentlichen folgende Artikel:

1) Der Herzog von Savoyen tritt mit Frankreich in einOffensiv - und Defensiv-Bündniß, bis zu dem allgemeinenFrieden.

2) Frankreich tritt das geschleifte Pigncrol nebst den dazu ge-hörigen Seitenthälern an Savoyen ab. Die Werke dieserFestung dürfen nie wieder hergestellt werden.

3) Auch die Grafschaften Susa und Nizza werden wieder anSavoyen abgetreten, jedoch erst, wenn die Spanier undKaiserlichen aus Italien abgezogen sind.

4) Ludwig XIV. wird keinen Frieden mit den Höfen vonWien und Madrid schließen, ohne den Herzog von Sa-voyen in denselben aufzunehmen.