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Erster Band.
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Mehrere neuere Schriftsteller *) haben dem Prinzen Eugenden Vorwurf gemacht, die ganze Unternehmung gegen Crcmonasey mit zu wenig Truppen ausgeführt worden. Dieser Vorwarfwird am einfachsten durch des Prinzen Original-Operationsjour-nal widerlegt, in welchem er ausdrücklich sagt, ohne die Bloki-rung von Mantua zu entblößen, hätte man nicht mehr Truppenzu dieser Unternehmung verwenden können, auch würde der Feinddurch die Bewegungen größerer Truppen-Abtheilungen noch mehraufmerksam gemacht worden seyn, als dieß nach Villcr oi's eige-nem Geständnisse ohncdieß bereits der Fall war.

Als Hauptursachen des Scheiterns dieses merkwürdigen Ueber-fallö stellen sich bei näherer Prüfung vielmehr folgende Punkteheraus: 1) des Prinzen von Vaudemont's verspätetes Eintre-ten in der Nähe des Pothors. 2) Die Tapferkeit und Treue derin französischen Diensten stehenden Jrländer, 3) endlich der Um-stand, daß die Infanterie - Eolonnc des Obristlieutenants Schcrzer,welche durch die Stadt gegen das Pothor entsendet wurde, derkaiserlichen Reiterei nicht so rasch zu folgen vermochte, sey es nun,weil sie den kürzesten Weg verfehlte, oder weil sie unterwegs durchdas französische Regiment ,1,;« Hsomix aufgehalten wurde.

Welche Wirkung der Uebcrfall von Cremona, wenn gleich nurhalb gelungen, auf die Franzosen machte, geht daraus hervor,daß sie schon am nächsten Tage viele Orte zwischen dem Ogliound dem Po, als z. B. Bozzolo, Gazzuolo, Casal maggiorc,St. Martin», Torrc d'Oglio, Viadana rc. rc. in größter Eile undmit Zurücklaffung ihrer Magazine verließen, und ebenso das Ge-biet von Parma auf dem rechten Ufer des Po räumten.

Die Kunde von diesem Uebcrfall und von V i lleroi's Gcfan-gcnnchmung überraschte Ludwig Xl V nicht wenig. Allein dieserGünstling, welcher an der mächtigen Frau von Maintcnon einefeste Stütze hatte, wußte sich so sehr in der Gnade seines Monar-chen zu erhalten, daß dieser ihn nach seiner Auslösung abermalsund zwar zum entschiedenen Unglücke Frankreichs an die Spitzeseiner Heere in den Niederlanden stellte. Den Oberbefehl in Italien

*) Unter diesen auch Lvssau in seinem Werke: Ideale der Kriegfüh-rung. Band II. Abtheilung H. Seite 344 >c. ic.