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übertrug Ludwig XIV. dem Herzoge von V endöme, einem seinerausgezeichnetsten Marschällc, den er vorzugsweise sür befähigt hielt,gegen Engen zu kommandiren. Solange, bis der neue Obergeneralmit beträchtlichen Verstärkungen aus dem Kriegsschauplätze eintraf,theilten sich der Herzog von Vaudemont, der Graf von Tessound der Gcnerallieutenant von Crequi in das Commando.
Eugen setzte inzwischen dieBlockirung von Mantua fort, wozuer gegen 12000 Mann seines Heeres verwendete. Der Rest can-tonirte im Parmcsanischcn Gebiete bis riickwärts nach Mirandola.Schiffbrücken bei Caneto über den Oglio und bei Brcscello überden Po stellten die Verbindung unter den verschiedenen Truppen-abtheilnngcn her, während ein lebhafter Parteigänger-Krieg dieMannschaft in fortwährender Thätigkeit erhielt.
Zu Ende Februars traf der Herzog von Vendöme in Crc-mona ein und übernahm den Oberbefehl über das entlang derAdda cantonirende französisch-spanische Heer. In diesem Mannevereinigten sich die meisten Eigenschaften eines großen Feldherrn.Tapfer, unternehmend, voll Geschick, in die Plane seiner Gegnereinzudringen, ausdauernd bei Hindernissen, unerschütterlich in ge-fahrvollen Lagen, einfach uifl> ohne Lurus in seiner Lebensweise,wußte er sich die hingebcndste Zuneigung seiner Truppen zu erwer-ben. Als Schattenseite in diesem Gemälde erscheint sein großerHang zur Bequemlichkeit und Ruhe, seine allzuübcrtricbcne Güte,welche die Bande der Disciplin erschlaffen machte, der geringeWerth, den er auf Verhüllung und Geheimhaltung seiner Ope-rationsplane legte, endlich ein auf's Aeußcrste getriebener Cy-nismus und sein schimpfliches Privatleben.
Vendüme's erste Sorge ging dahin, den fortgesetzten Einfäl-len der Kaiserlichen in das Mailändische und Cremonesische GebietEinhalt zu thun. Den Landbewohnern ward befohlen, die An-näherung feindlicher Streifparthcicn durch Fenersignale und Eilbo-ten in die Hauptquartiere der nächsten Truppenkommandanten zumelden; im Unterlassungsfälle wurden sie mit Niederbrennung ihrerDörfer bedroht. Für die Sicherheit Cremona's ward durch neueWerke und eine starke Besatzung gesorgt. In der Mitte des Märzlangten die erwarteten Verstärkungen, gegen 25000 Mann, an,wodurch das französische Heer zu 61 Bataillonen und 102 Schwa-