309
beschäftigt, die kaiserlichen Truppen am Rhein, in den Erbstaatenund in Italien im schlagfertigen Zustande zu erhalten, für regel-mäßige Auszahlung des Soldes, für Anlegung von Magazinen,für bessere Bekleidung der Truppen, sowie für die Belohnung derverdientesten Offiziere zu sorgen.
Der Krieg in Deutschland.
In dem nächsten Zusammenhange mit den Operationen in Italienstand der Kriegsschauplatz in Deutschland, an der Mosel, am Rhein,und haupsächlich in Baiern. Kaiserlicher Scits war die Bezwin-gung des Churfürsten von Baiern, französischer Seits dessenRettung die Hauptaufgabe.
Zu dem ersten Zwecke, nämlich gegen den Churfürsten wurdenzwei Truppcncorps an der Donau aufgestellt; das erste 9000 Mannstark unter dem Fcldmarschall Styrum, aus Krcistruppen be-stehend, auf dem linken Ufer; das zweite unter dem FcldmarschallGrafen Schlik, 20000 Mann stark, auf dem rechten Ufer derDonau. Ucbcrdicß hatte Prinz Ludwig von Baden mit 30000Mann den Auftrag, jede Vereinigung französischer Streitkräftc mitdem Churfürsten zu vereiteln. Zu diesem Zwecke beobachtete er dasRhcinthal von Constanz bis zu den Stollhofcr-Linien; Frciburg, Brei-sach, Kehl waren von seinen Truppen besetzt, und das Kinzigthalan den geeigneten Punkten verschanzt. Der Prinz von Hessenstand mit einem Corps von 9000 Mann von Holland besoldeterTruppen an der Mosel, um die Franzosen auf dieser Seite zu be-schäftigen.
Diesen Streitkräftc« gegenüber waren die Truppen dc.r Franzo-sen und Baiern zu Anfang des Jahres 1703 auf folgenden Punk-ten vertheilt. Dem Churfürsten war es durch außerordentliche An-strengungen gelungen, ein mobiles Heer von 30000 Mann auf-zubringen; 22000 Milizen lagen als Besatzungen in den bcdcutcn-dcrn Städten. Mit dem mobilen Heere machte der Churfürst Frontgegen seine bedrohte Grenze am untern Jnn, gegen Franken undBöhmen. Jngolstadt war zum Hauptwaffcuplatz eingerichtet.