Band 
Erster Band.
Seite
318
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1) An den General Heister den 14. Januar 1704.

"Die ungarischen Rebellen scheinen ihre Unternehmungen»nicht ganz unklug berechnet zu haben. Um uns mit Nach-" druck zu beschäftigen, theilen sie sich in viele Corps. Dieß"hindert uns, ihnen ein Haupttrcffen zu liefern. Sie sind"bisher insgemein dort schwach, wo sie unsere Schwäche"wissen, und sehr stark, wo sie unserer Seits böse Absichten"vermuthen. — Es scheint jetzt nöthig zu seyn, ihnen zu"zeigen, daß wir ganz allein uns bestreben, Unterösterrcich»zu decken, und unter dieser Voraussetzung den Generalen"Herberstein und Palffy Verstärkungen zuzuschicken, wozu"ich das Erforderliche schon verfügt habe. — Man muß sie,"da man ihre treulosen Absichten kennt, selbst während der"Unterhandlung ohne Schonung niederwerfen; der Rebell"Unterwirft sich ohnehin nur auf den Schein, um"in einem günstigen Augenblick desto stärker um"sich zu schlagen."

2) An den Prinzen Ludwig von Baden vom 17. Februar.

" Seit einigen Tagen Aufenthalts in Presburg, glaube ich"Mich in der Lage eines wcstphälischen Friedensgesandten zu»befinden. Das traurige Bild des dreißigjährigen Krieges'^schwebt mir immer vor Augen. Daß in der ganzen Sache"nichts zu Staude kommt, sehe ich aus der i»»j>»a

„von Petitionen der Ungarn an den Kaiser. Ich habe sie»zum Bedenken übernommen, aber schon vor der Hand die"Fortsetzung der militärischen Operationen befohlen; denn ich„sehe zum Voraus, daß die Misvcrgnügten es auf eine Täu-"schung abgesehen haben, um gegen uns, während man mit"der Uebcrlegung ihrer Aussöhnungspunkte sich beschäftigt,„an einem oder dem andern Orte einen Streich auszu-" führen."

3 ) An den Grafen von Palffy vom 23. Februar.

"Die nach meiner Ankunft zu Wien erhaltene Nachricht,"daß die ungarischen Rebellen die auf eine kurze Zeit allere"dings nur dem Schein nach eingestellten Feindseligkeiten wieder