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Erster Band.
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Am 12. Juni hatte sich Prinz Ludwig für seine Person nachdem Hauptquartier Heppach des Herzogs von Marlborough be-geben, worauf von den drei Feldherrn in mehreren Conferenzcndie Grundzüge über die zu erreichenden Zwecke und die Vcrtheilungder Rollen festgestellt wurden. Vergebens setzte Marlboroughalle geheimen und offenen Triebfedern in Bewegung, um es dahinzu bringen, daß Prinz Ludwig den Oberbefehl am Rhein über-nehme und den Prinzen Eugen als Amtsgenoffcn bei ihm an derDonau lasse. Ludwig von Baden bestand als Aeltcrcr imRange *) auf dem Vorrechte der Wahl. Somit blieb er an derDonau und ließ sich nur mit Mühe dahin bewegen, den Oberbefehldergestalt mit Marlborough zu theilen, daß sie sich je nach24 Stunden darin ablösten. Prinz Eugen erhielt den Oberbefehlam Rheine.

Aus der Correspondenz dieser drei Feldherrn geht hervor, wiesie sich gegenseitig beurtheilten. An seine Gemahlin schrieb Marl-borough aus Ebersbach im Filsthale am 15. Juni:

„Prinz Eugen war vom Montag bis Freitag mit mir.„Sein Umgang, seine Art sich auszudrücken, hat ungemein„viel Aehnlichcs mit den Manieren des Lords Schrews-„bury, mit dem Vorzüge jedoch, daß er viel offenherziger„erscheint. Er war besonders freimüthig gegen mich, als er„mir die Schilderung des Markgrafen entwarf, aus der her-vorgeht, daß ich weit mehr auf meiner Hut seyn muß, als„wenn ich mit dem Prinzen Eugen zu thun hätte."

In den Memoiren des Prinzen von Baden wird der britischeFeldherr eines ungcmessenen Stolzes, eines abstoßenden Mißtrauens,der Habsucht und des Eigendünkels beschuldigt. Dagegen wirftMarlborough in seinen vertrauten Briefen dem Prinzen vonBaden Kraftlosigkeit vor, die ihn hindere, sich zu höher» Ent-würfen zu erheben, und einen engherzigen Neid, der ihn anreize,die sinnreichsten Anschläge Anderer zu hintertreiben.

*) Prinz Ludwig war kurz zuvor zum Generallieutenant, d. h. zumStellvertreter des alle Truppen im römischen Reiche als Generalissi-mus befehligenden römischen Königs Joseph ernannt worden.