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Eugen, der die Tugend der Verträglichkeit in hohem Gradebesaß, wußte beide nach ihrem wahren Werthe zu würdigen undschätzte an Marlborough besonders den energischen Charakter,wie aus folgendem Bries an den General Heister hervorgeht.
„Prinz Ludwig und ich bestrebten uns bei der ersten Zu-sammenkunft, dem Herzog von Marlborough mit aller„Höflichkeit zuvorzukommen, aber wir zogen immer den Kür-zeren. Prinz Ludwig sagte ihm: der Herzog sey zur rechten„Stunde gekommen, das deutsche Reich und auch seine, des„Prinzen Ehre, zu retten. Das deutsche Reich, erwiederte er,„ist durch Ihre Person allein, wenn man sie unterstützt, schon„gerettet. Ich rühmte ihm, daß ich in meinem Leben noch„ keine Truppen von solchem Muthe und Herzhaftigkeit als die„seinigen, gesehen habe: Dies Alles, sagte er mir, verursacht„nur Ihre Gegenwart. — Bei den Conferenzen gierigen die„Complimente in wahren Ernst über. Hier lernte ich den„Engländer auch von der Seite des vortrefflichen Soldaten„kennen. War der Herzog in seinen Vorschlägen konsequent,„so war er in seinen Behauptungen noch fester; denn mchr-„mal entwischte ihm: das kann, und es muß seyn, und es„geschah auch."
In dem Hauptquartier zu Großhcppach trennten sich die dreiFeldherrn. Eugen eilte an den Rhein; Prinz Ludwig zu seiucmbei Ermingen stehenden Heere; Marlborough setzte seinen Marschdas Filsthal hinauf fort. Durch Abweichungen in der Verwendungder Truppen, welche Prinz Ludwig vorgenommen hatte, verzögertesich dieser Marsch zum großen Leidwesen Marlborough's umzehn Tage.
Am 22. Juni bezog Letzterer, nachdem er den Engpaß vonGeislingen hinterlegt hatte, ein Lager zwischen Luizhauscn, Lonsceund Ursprung, die Front gegen Osten gerichtet. Hier geschah dieVereinigung mit dem Heere des Prinzen von Baden, das an dem-selben Tage von Westerstetten hcrmarschirtc, und auf dem rechtenFlügel Stellung nahm. Das vereinte Heer, das jetzt aus 72 Ba-taillonen, 150 Schwadronen, 48 Geschützen und 24 Pontvnen be-stand, erhielt folgende Schlachtordnung:
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