Band 
Erster Band.
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Am 1. Juli rückten die Verbündeten an die Quellen des Kessel-baches bei Ammertingen und Ringingen. Am folgenden Tage führteMarlborough den Oberbefehl und beschloß, diesen zur Erstür-mung des Schcllenberges zu benützcn, um sich in dieser Gegendeines vortheilhaften Ucbergangspunktes über die Donau zu versichern,und zugleich das französisch-baier'sche Heer von dem Innern Baicrnsabzuschneiden. Allen Bcdenklichkcitcn des Prinzen von Baden ent-gcgnete er: " Wollen Sie, daß der Feind Zeit gewinne, die kaum au-fgefangenen Werke bei Donauwcrth zu beendigen? In diesem Fallef würde der Verzug jeder Stunde uns Tausende von Menschen kosten!"

Zuvörderst wurde daher in Nördlingcn ein Aufnahmsspital ein-gerichtet. Sofort bildete Marlborough eine Vorhut von 12000Mann, indem er aus jedem Bataillone 130 Mann wählte, unddiesen 30 Schwadronen, nebst 3 Regimentern kaiserlicher Grena-diere beigab. Mit dieser Vorhut marschirte Mannschaft zum Aus-bessern der Wege und der Brückenzug zum Brückenschlägen überdie Wcrnitz.

Am 22. Juli Morgens um 3 Uhr setzte sich die Vorhut unterdem Herzoge vonMarlborough in Marsch. Zwei Stunden spä-ter brach das Heer in zwei Colonnen in der Richrung von Ebcr-mergen und Wernitzstcin auf; das Geschütz ward gleichfalls in zweiColonnen über Dcggingcn und Harburg auf die Nördlinger Straßedirigirt.

Morgens um 8 Uhr langte Marlborough zwischen Eber-mergen und Wernitzstcin an, und begab sich an der Spitze sämmt-licher Generale und Staabsoffiziere zur Rccognoszirung des Schel-lcnbcrges auf das linke Ufer der Wernitz.

Das Ergebniß dieser Rccognoszirung war Folgendes: der Schel-lenberg bildet einen von den letzten Ausläufern des Gebirges sor-mirten Bergkegcl, der die westlich liegende Stadt Donauwerth voll-kommen beherrscht. Südlich gegen den Fluß fällt er steil, nach derNordseitc ungleich sanfter ab. Den westlichen Fuß desselben benetztder Kaibach, dcir östlichen der Lochbach; die Nordseite umschließtder Donauwcrthcr Stadtforst und der Spitalwald. Der Gipfeldes Berges bildet eine gegen 800 Schritte weite Fläche von bedeu-tender Tiefe. Dem Terrain angemessen waren Verschanzungen an-gefangen, welche sich an Donauwcrth lehnten, nördlich gegen den