sten Feldszuges zu hören, und sich persönlich mit demselben zu be-sprechen. Prinz Eugen von Savoycn konnte zu jener Zeit sichkeinen Augenblick von dem wichtigen Kriegsschauplätze in Italienentfernen. Daher wendete sich der Kaiser an den Herzog vonMarlborough in einem eigenhändigen Schreiben, das im Ein-gänge die Worte enthält:
"Mein lieber Fürst und erlauchter Vetter!"
» Ungezweifelt haben Sie aus Meinem letzten Schreiben ent---nommen, wie sehr Ich wünsche, Sie in Person bei Unseren»hiesigen Berathungen zu haben, und insbesondere Mich mit"Ihnen über die Entwürfe für den nächsten Feldzug zu be-sprechen. Ich erachte dieses von höchster Wichtigkeit, indem"Ich nicht verhehle, daß Ihre Person der Drehpunkt aller"Kriegsunteriiehmuilgcn, daher Ihre Gegenwart zu Meiner"Beruhigung unerläßlich, und Ihre Zustimmung für die Be-hebung und Aufrichtung des Bundes unumgänglich nöthig"ist. Ich lade Sie daher angelegentlich ein, die großen Be-schwerden der Reise nicht zu scheuen und diese Gelegenheit-,zu ergreifen, um Ihrem Ruhm, der schon die Welt erfüllt,"neuen Glanz zu verschaffen, und den vielfachen Verpflich-tungen, die Sie sich von Seiten Meines Erzhauses und der»verbündeten Fürsten bereits erworben haben, noch eine frische" Reihe beizufügen."
Marlborough erhielt die Genehmigung seiner Königin zu derReise nach Wien, allein vor seinem Abgänge von der Armee inden Niederlanden hatte er zuvörderst die ängstlichen Berechnungendes englischen Finaiizministers Godolphin und den allzusparsamcilGeist der-holländischen Regierung zu bekämpfen. Dem Kaiser gebraches eigentlich blos an Geld, um das Heer in Italien gehörig zu ver-stärken und auszurüsten. Gelang es Marlborough, diesen An-stand zu beseitigen, und dem Wiener Hofe die Zusicherung einerAnleihe zu bringen, so konnte alles Andere mit Leichtigkeit ein-geleitet werden. Daher bestand er, Godolphin gegenüber, aufder Nothwendigkeit, jene Anleihe zu schließen, und die erste Zahlungschon im Oktober vorzuschießen. Nachdem dieses Geschäft bereinigt