Band 
Erster Band.
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„vorgekehrt werden. Ich habe dem Herrn von Mollart selbst„ganz in Freundschaft und nicht von Berufs wegen geschrie-ben, daß er die Kontributionen mit aller Gelinde und Mäßi-gung beitreibe. Wir können uns nach unserer Eigenschaft„und Verhältnissen von diesem Lande weder Anhänglichkeit,„noch Vertrauen jemals versprechen, und nur eine strenge„Mannszncht kann die Ruhe im Lande und unsere tcmporclle„Sicherheit erhalten. Es liegt in Baicrn schon gegen unsern„Namen eine Art von Unversohnlichkcit; diese könnte die„schlimmsten Folgen nach sich ziehen, wenn sie noch durch„Härte unserer Seits in Gährung gebracht würde. Die Hiehc„werden im Kriege noch weit weniger, als im Privatkampfc„nach einem gewissen Maaße gegeben. Wir erregen in den„Gemüthern der Baicrn schon durch unser Daseyn Unwillen;„folglich wird die größte Behutsamkeit bei unsern Handlungen„erfordert; dieß allein kann den Grund zur Wiederaussöhunng„geben, denn lauge wird unsere Herrschaft in Baicrn doch„nicht dauern."

Diese Warnungen kamen jedoch zu spät. Durch Bedrückungenaller Art auf's Aeußerste gebracht, standen im Dezember 170520 — 30,000 Landleute unter den Waffen; ein blutiger Krieg be-gann, in welchem endlich die kaiserlichen Truppen unter dem Ge-neral Kriechbaum, nebst würtcmbergischen, pfälzischen, fränki-schen und wolfenbüttelschen Rcichstruppen zu Anfange des Jahrs1706 die Oberhand gewannen. Jetzt zögerte Kaiser Joseph nichtlänger, das unter seinem Vater aufgeschobene Urtheil über die ab-gefallenen Fürsten zum Vollzüge zu bringen. Sowohl über denChurfürsten von Baicrn, als über seinen Bruder den ChurfürstenJoseph Clemens von Cöln wurde die Reichsacht ausgesprochen,und das baiersche Land völlig zerstückelt. Einiges gab der Kaiserden Nachbarn als Kriegsentschädigung; Anderes seinen Günstlingen;der Rest wurde zu Oesterreich ob der Ens gezogen.

Während dieser Ereignisse an der westlichen Grenze Oesterreichsdauerte der Bürgerkrieg in Ungarn, wie wir im zwölften Kapitelgezeigt haben, noch immer fort. Aus diesen Verhältnissen erklärtes sich, wie Joseph I. auch bei dem kräftigsten Willen nicht imStande war, den Feldzug in den Niederlanden, am Rhein und in

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