Italien so frühzeitig zu eröffnen, um den Franzosen hierin zuvor-zukommen.
Wir wenden uns nach Auseinandersetzung der Verhältnisse inDeutschland zu den Rüstungen Ludwig's XIV. für den bevor-stehenden Feldzug. Den ganzen Winter über ward aus Befehl desKönigs an Verstärkung der Heere, und an Füllung der Magazinegearbeitet. Jede Infanterie-Compagnie ward um 5 Mann, jedeCompagnie der Garde und der Schweizer um 20 Mann verstärkt;überdicß wurden 30 neue Infanterie - Regimenter, 5 zu 2, der Restzu 1 Bataillon, errichtet. Die Prinzen des königlichen Hauses unddie Großen des Hofes beeilten sich, freiwillige Beiträge zu denAnsrüstlittgskosten beizusteuern. Frankreich hatte zu Anfang desJahres 300,000 Mann unter den Waffen, ohne die Marinetruppcnzu rechnen.
Nicht minder großartig war der Plan, den der König im All-gemeinen für den bevorstehender! Fcldzug entworfen hatte. SeineHeere sollten mit 2 Schlachten, die eine in Italien, die andere inFlandern auftreten, der Vereinigung der Kaiserlichen und Reichs-truppcn am Rhein zuvorkommen, und zwei große Belagerungen,von Barcellona und von Turin, ausführen. Es lag sonach in derAbsicht des Königs, auf allen Kriegsschauplätzen offensiv zu Werkezu gehen.
Dem Marschall Villeroi, der immer noch der Liebling desKönigs war, ward der Oberbefehl in Flandern übertragen; nebenihm und beinahe mit gleicher Machtvollkommenheit diente der Chur-fürst von Baiern.
Marschall Marsin befehligte an der Mosel. Marschall Villarsam Rhein; beide sollten gemeinschaftlich die Kaiserlichen über diesenFluß zurückwerfen.
In Spanien waren die Marschälle Tess« und Berwik mitder Unterwerfung von Catalonicn und Valencia beauftragt.
In Italien ward der Oberbefehl getheilt: Ncndüme erhielt denAuftrag, die Kaiserlichen nach den Tyroler Pässen im Bresciani-schen Gebiete zurückzudrängen, während Lafcuillade mit allenMitteln ausgerüstet ward, Turin zu bezwingen, und dadurch demHerzog von Savoycn den letzten Zufluchtsort zu rauben.