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Die französische Revolution vom Februar 1848.
Da der Lärm immer- weiter um sich griff, befahlen die Polizeidiener den Leuten, dirin den Omnibus saßen, auszusteigcn, und den Kutschern, ihre Wagen in die Re<mise zu fahren. Sie hatten sich zu diesem Zweck am Ablauf des Pont-Neuf auf-gestellt. Einige Schritte weit davon, auf dem Quai de la Me'gisserie, versuchte einziemlich zahlreicher Haufe zwei Gewölbe zu plündern, wo er Waffen zu finden hoffte.Ein anderer Volkshaufen, der, die Marseillaise singend und die Laternen zerschlagend,nach der Polytechnischen Schule hingezogen war und dort das Thor aufzubrechen ge-sucht hatte, wurde von einer Abtheilung Municipalgarde vertrieben. Diese tumul-tuarischen Auftritte an mehren vom Mittelpunkte der Zusammenrottungen abgelegenenStellen waren von geringem Belang. Ein erheblicherer Vorgang trug sich RusGeoffroy-Langevine, im Quartier Saintc-Avoye, zu, wo ein 20 Mann starker Wach-posten vom Volke umringt und entwaffnet wurde.
Die Aufrechthaltung der öffentlichen Sicherheit lag bisher ausschließlich der Mu-nicipalgarde und Linie ob. Nirgend sah man Nationalgarde in Waffen. Am Abendzuvor war zwar Befehl ergangen, den Morgen des 22. in allen Quartieren Rappelzu schlagen; die Regierung konnte aber noch denselben Abend Erkundigungen überdie Stimmung des größten Theils der Bürgerarmee einziehen und erfuhr, daß manin vielen Legionen gesonnen sei, sich laut zu Gunsten der Reform auszusprechen.Mitten in der Nacht wurde daher auf allen Mairien Gegenbefehl ertheilt, und erstnach den oben erzählten Vorgängen schlug von 4'/- Uhr an der Rappel in mehrenStadtvierteln. Die Trommelschläger waren meist von einer Abtheilung Grenadierevorauf und Chasseurs hinterdrein, begleitet, und daran schloß sich ein langer Schweifvon Leuten aus dem Volke, welche die Marseillaise sangen und die Nationalgardehoch leben ließen. Daß die Nationalgarden großen Eifer auszurücken bezeigten, konnteman durchaus nicht sagen. Vermuthlich wollten sie nicht den Anschein haben, demMinisterium zu Hilfe zu kommen, und kaum zählte man den vierten Theil der Com>pagnien auf jeder Mairie. In der zweiten Legion z. B. stellten sich von 8000 Mannnur 554 ein und in der ersten und dritten Legion war ungefähr das gleiche Ver-hältniß.
Während dies Alles vorging, hatten die beiden Kammern wie gewöhnlich ihreSitzungen gehalten. In der Pairskammer machte der Marquis von Boissy denAntrag, das Cabinet über den augenblicklichen Stand der Dinge befragen zu dürfenDie Kammer schritt aber zur Tagesfrage und hörte den Berichterstatter verschiedenerPetitionen, war jedoch durch Das, was in der Stadt vorging, zu zerstreut undschloß die Sitzung. Die Sitzung der Deputirtenkammer war um 2 Uhr eröffnetworden, unter dem sichtbaren Druck einer gewissen Beklemmung und Befangenheit.Die ziemlich zahlreich anwesenden Deputirten erzählten sich gegenseitig die unruhigenAustritte, die sie unterwegs erlebt, und die Schwierigkeiten, die sie theilweise angetrof-fen, um durch eine dreifache Schranke von Schildwachen, Garden und Vorpostenin die Kammer zu kommen. Die Minister auf der untersten Bank des Halbcirkelswaren ebenfalls unter sich und mit einigen Getreuen in lebhaftem Gespräche undschienen ganz unbesorgt; Guizot namentlich affectirte eine überaus heitere und zu-versichtliche Stimmung, welche die für ihn eingenommensten Conservateurs theilten.Nachdem, das Protokoll der letzten Sitzung verlesen war, begann die Hauptverhand-lung des Tages, die Fortsetzung der Discussion über die Verlängerung des Privile-giums der Bank von Bordeaux; ein Redner strengte sich nach dem andern an, kei-ner aber wurde angehört; die Gespräche dauerten fort; die Deputirten gingen ausund ein, standen oder spazierten im Salle des Pas-Perdus umher und sammeltensich sogar gruppenweise draußen vor der Kammer auf dem obern Absatz der großenAufgangstreppe gegen den Quai, von wo sie mit emem Blick den ganzen Concorde-platz übersehen konnten. Ungefähr in der Mitte der Sitzung ging Duvergier deHaraunne hin und überreichte dem Präsidenten ein viereckiges Papier, ohne wei-ter ein Wort zu sagen. Da vorher die Rede gewesen: die Opposition wolleden Antrag stellen, das Ministerium in Anklagezustand zu versetzen, stieg Guizot