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Erster Band.
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212 Der pariser Straßenkampf vorn Juni 1848.

Begleitung der Volksrepräsenkanten Ecker, Ducoux, Latradc, Pcrree und Dornes,welcher letztere am Schenkel verwundet wurde. In dem Faubourg Poissonniere hatteder General Lafontaine alle Mühe, die Insurgenten hinter den Barrikaden zu ver-treiben, und im Faubourg du Temple war der Widerstand so heftig, daß der Gene-ral Cavaignac die Kammer und den Concordienplatz von Truppen entblößen mußte,um dieselben gegen die dortigen Meuterer zu führen, die er erst spät gegen Abendbändigte.

Während die Schlacht auf dem rechten Ufer vor sich ging, organisirte sie sichauf dem linken Ufer. Im Faubourg Saint-Jacques, am Pantheon, Nue des Ma-thurins, am Pont Samt-Michel, in der Cite, am Platz Chätelet u. s. w. errichteteman Barrikaden, von denen zwar mehre weggenommen wurden, aber die meistendoch stehen blieben. Schon am Vormittag des 23. wurden im Quartier Saint-Jacques zwei Compagnien Linie, die eben gegen eine Barrikade gefeuert, von denInsurgenten in einer engen Straße umringt und gezwungen, sich beinahe mit Capi-tulation zurückzuziehen, indem sie gelobten, sich nicht mehr zu schlagen. Die Kaserneeines Bataillons mobiler Nationalgarde, welches noch keine Befehle erhalten, wurdevon einer ungeheuern Volksmaffe blokirt. Ein Bataillon Linie, nach dem QuartierSaint-Antoine beordert, um die dortige Mairie am Place Noyale zu besetzen, wardvon allen Seiten angegriffen, von oben aus allen Häusern, wo die Insurgenten hin-eingebrungen, mörderisch mitgenommen und zu capituliren genöthigt, nachdem es seineletzten Patronen verschossen, ohne Verstärkung zu erhalten. Die Insurgenten bemäch-tigten sich der Mairie, plünderten dieselbe und fanden darin eine ansehnliche MengeWaffen und Schießvorrath. Ein Bataillon Mobilgarde endlich, welches die Barri-kade Saint-Severin mit dem heldenmüthigstcn, aber tollkühnsten Anlaufe bestürmte,verlor auf einmal 300 junge Leute, und zog sich nach dem Pont Samt-Michelzurück in einem erbärmlichen Zustande; fast alle diese blutjungen Soldaten warmüber und über mit Blut bespritzt und mit Wunden bedeckt. Nicht weit davon, amEck der Rue Saint-Jacques und Nue des Noyers, wurde der Repräsentant Bixioan der Spitze einer Compagnie Linie, welche ihm der General Bedeau mitgegeben,mitten in die Brust von einer Kugel getroffen, die ihn durchbohrte und im Rücke»stecken blieb. Abends um 11 Uhr noch ertönte der Generalmarsch in allen Quar-tieren; die Nationalgarden rückten in größerer Anzahl aus, und die ganze Nacht hin-durch war Paris militairisch besetzt. Der Kampf hörte deswegen aber nicht ausMan vernahm beständig das Krachen des Gewehrseuers, welches nur in sehr kurzenZwischenräumen schwieg und besonders vorn Quartier Saint-Jacques und Maraisherüberschallte. Gleichzeitig hallte aus diesen Stadttheilen der dumpfe Ton der Sturm-glocken, die von den Insurgenten geläutet wurden. So brach der verhängnisvolleTag des 24. Juni an.

Der 24. Zum.

Der anbrechende Morgen des 24. Juni fand die Jnsurrection besser und stärkerorganisirt, als am vorhergehenden Tage und im Besitz folgender Positionen: auf demrechten Ufer war der Clos Saint-Lazare ganz unverwüstlich befestigt. Die Insur-genten, von ansehnlichen Barrikaden geschützt, hatten sich außerdem noch hinter de»Mauern des neuen Spitals verschanzt, welches in jener Gegend gebaut wurde. Nacheiner gut ausgedachten Strategie stand dieser Posten mit vorgeschobenen Schanzwer-ken in Verbindung, die freilich in aller Eile ausgeführt, aber ziemlich fest waren undsich über die Höhen der Vorstädte Saint-Denis, Saint-Martin, La Chapelle, La Bil-lette, das Quartier du Temple, das Quartier Popincourt und den Faubourg Saint-Antoine hinüber erstreckten. Auf dem linken Ufer war der Hauptsitz der Operatio-nen im Pantheon. Die Straßen Saint-Jacques, Laharpe, des Mathurins, der PlahMaubert waren alle zehn Schritte mit ungeheuern Barrikaden durchschnitten. DieAnführer des Aufstandes hausten in der Kirche Saint-Severin, wo ihr General-quartier war, und von wo ihre Ordonnanzoffiziere mit Befehlen nach allen Seiten