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Erster Band.
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Der pariser Straßenkampf vom Juni 1848. 211

des Hotel-Die» inne hatte. Auf dem rechten Ufer stritt vom Faubourg Poiffon»niere bis zum Faubourg du Temple die dritte Hauptcolonne, die ihr Geueralquärtierim Clvs Saint-Lazare einrichtete und durch die großen Adern vorzudringen suchte,die von jenen Vorstädten fast schnurgerade gegen die Hallen und das Stadthaus hin-ablaufen. Die vierte Jnsurgentenmasse endlich, die an einer auf dem Dastillenplatz,am Eingang des Faubourg Saint-Antoine errichteten Barrikade von gigantischemUmfange ihren Anhaltspunkt hatte, erstreckte sich durch die Straße Saint-Antoinebis zur Kirche Samt-Gervais, die gleich hinter dem Stadthause liegt, und bei wel-cher sich eine andere ungemein feste Verrammelung am Eingänge des Platzes Bau-doyer erhob. Alle großem Hauptstraßen und kleinern Seitengassen waren mit zahl-reichen Barrikaden durchschnitten, zwischen denen die Insurgenten, vermittels der anbeiden Enden jeder Verrammelung freigelassenen Durchgänge, hin und her verkehrten,wie bei allen andern frühern Collisionen. Viele kleine Jnsurgentenscharen fochten,jede unter ihrem besondern Anführer, an vielen Orten auf eigene Faust, indem siesich von weitem an eine der vier Hauptinsurgentenmassen anschlössen. Der Aufstandumfaßte den Faubourg Samt-Martin, den Faubourg du Temple, den FaubourgSaint-Antoine, das Quartier des Marais und das Quartier Saint-Antoine aufdem rechten Ufer der Seine, nebst der Cite und der Insel Saint-Louis. Auf demlinken Ufer occupirte er den untern Theil des Quartier Saint-Jacques, die FaubourgsSamt-Jacques, Saint-Victor und Saint-Marcel. Mehre zwischendurch gelegenePunkte, als das Pantheon, die Umgebung von Notre-Dame, der Pont Samt-Michel,die Kirche Samt-Gervais und der Clos Saint-Lazare dienten zur Verbindung derbeiden Hauptpositionen. Das Generalquarticr aller Jnsurgentencorps war in derKirche Saint-Severin, unten im Quartier Saint-Jacques, und ihr Waffenplatz imFaubourg Saint-Antoine. Ihr Vorhaben war, wie gesagt, sich dem Stadthause zunähern, indem sie jenen Halbzirkel, der die Hälfte von Paris begriff, nach und nachimmer mehr verengerten. Die Beschaffenheit des mit einer Unzahl krummer Stra-ßen durchschnittenen Locals sicherte den Kämpfenden einen leichten Rückzug- lächelteihnen das Glück, so machte sie ein Schritt voran zu Herren der Hauptverkehrswege,und das Stadthaus fiel in ihre Hände.

Der Kampf brach am 23. Juni, um 7 Uhr Morgens, bei der Porte Saint-Denis aus. Um diese Stunde sah man auf einmal einen Haufen »«bewaffneterBlousenmänner erscheinen, die Fahnen von Staatsarbeitswerkstätten, von Clubs undArbeitervereinen schwenkten. Flugs, waren aus Wagen, Bretern, Balken, Pflaster-steinen und Eisengittern drei Barrikaden gemacht, und fast alle Blousenleute, manweiß nicht wie, mit Waffen versehen. Der Ausstand war ziemlich unverholen amAbend vorher angekündigt worden. Ein Zusammenlauf von 3000 Mann hatte aufdem Pantheonplatz stattgefunden, wo die letzten Maßregeln getroffen und die genaue-sten Befehle für den andern Tag ausgetheilt wurden. Die Executivcommission desLuxembourg scheint die Gefahr nicht geahnt, oder absichtlich übersehen zu haben,denn es ist sactifch, daß damals kaum 10000 Mann Truppen in Paris waren.Um 8 Uhr schlug der Rappell in den Straßen; aber die Nationalgarden fanden sichnicht sehr zahlreich ein, sodaß gegen die ersten Barrikaden nur einige schwache Ba-taillone ausgeschickt werden konnten, die das erste Feuer mit großer Standhaftigkeitaushielten, aber mit großem Verlust zurückgeschlagen wurden, bis Linie und Mobil-garde die Verrammelungen erstürmen halfen. Die Barrikaden an der Porte Saint-Denis und Porte Samt- Martin hielten nicht lange Stich; aber desto länger undhartnäckiger widerstanden die des Faubourg Saint-Denrs und Faubourg Samt-Martin.Hier hatten die Insurgenten schreckliche Vertheidigungsvorkehrungen getroffen: doppelteVerrammelungen, Plänkler und Tirailleure an den Fenstern, Alles war voraus bereit.Der Angriff dieser Stellungen geschah mit den vereinigten Streitkräften der Linie,Rationalgarde, Mobilgarde und Artillerie. Dieser Angriff, der auf beiden Seitenvielen Menschen das Leben kostete, wurde von dem General Lamoriciere geleitet, in