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Erster Band.
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Die Familie Cavaignac.

meldete, daß er alle in der Banlieue, in Versailles und Saint-Germain stehendenTruppen nach Paris gezogen, und alle längs der Eisenbahnlinien von Rouen, Alleund Orle'ans vertheilten Regimenter in die Hauptstadt beordert habe. Am Abenddesselben Tages erließ die Nationalversammlung ein Decret, kraft dessen sie sich inPermanenz erklärte, Paris in Belagerungszustand versetzte und die gesammte Exe-kutivgewalt dem General Cavaignac übertrug. Da man über den Zweck der Jnsur-rection nicht völlig im Klaren war und dynastische Intriguen fürchtete, so mußteman einen Mann an die Spitze der Regierung stellen/ dessen Thatkraft wie repu-blikanische Gesinnung außer Zweifel stand: und so konnte die Wahl auf keinenAndern als auf Cavaignac fallen. Nach diesem Votum durste die Execurivcvmmissionnicht wol länger am Ruder bleiben; sie gab ihre Entlassung, und alle Autorität warfortan in den Händen des Generals vereinigt. Die Nationalgarde hatte sich vomAnfang des Kampfes an zu brav benommen, als daß der Chef der neuen Executiv-.gewalt nicht gleich das Bedürfniß fühlte, durch einige kräftige Worte sich mit ihrin Verbindung zu setzen. Am 24. Juni richtet er an dieselbe folgende Proklamation:„Bürger, euer Blut soll nicht umsonst vergossen sein. Verdoppelt eure Anstren-gungen, folgt meinem Rufe, und mit euch, mit dem Beistande eurer Bruder vonder Armee wird die Ordnung sich wieder herstellen. Bürger, euer heldenmüthigesBenehmen sichert nicht blos die Gegenwart, sondern auch die Zukunft Frankreichs.Nichts wird ohne Schmerzen und Opfer gegründet und errichtet; ihr mußtet dieseinsehen, freiwillige Soldaten der gebildeten Nation! vertraut euerm Anführer, ver-laßt euch auf ihn, wie er sich auf euch verlassen kann. Die Kraft, mit Vernunft,Weisheit, gesundem Menschenverstand, Vaterlandsliebe gepaart, wird die Feinde derRepublik und der gesellschaftlichen Ordnung überwinden. Was ihr wollt, was wiralle wollen, ist eine feste, weise, redliche Regierung, die alle Rechte schützt, alleFreiheiten schirmt, hinlänglich stark, um alle persönlichen Herrschergelüste niederzu-halten, und hinlänglich besonnen, um alle arglistigen Anschläge der Feinde Frank-reichs zu hintertreiben. Eine solche Regierung sollt ihr haben; denn mit euch, miteuerm eingetheilten, redlichen, innigen Beistande kann eine Regierung Alles durch-setzen." Eine andere Proklamation an die Armee lautete: „Soldaten, das Heil desVaterlandes nimmt euch in Anspruch! Ihr führt gegenwärtig einen schrecklichen,grauenvollen Krieg. Nur getrost! Ihr seid nicht die Angreifenden: dies mal wenig-stens sollt ihr keine traurige Werkzeuge des Despotismus und Treubruchs gewesensein. Muth! Soldaten, folgt dein einsichts- und hingebungsvollen Beispiele eurerMitbürger, seid der Republik treu: euch, mir, ist es eines oder des andern TageS,vielleicht heute, vergönnt, für sie zu sterben. Geschehe es gleich, wenn wir dieRepublik überleben sollen!"

Nachdem der General Cavaignac die materiellen Zwangsmittel energisch undentschlossen vorbereitet, um das Vertrauen, womit er ausgestattet worden, zu recht-fertigen, wandte er sich zuletzt an die Insurgenten selbst. Er suchte sie über denCharakter des von ihnen angezettelten Streites, über die möglichen Folgen diesesbarbarischen, unsinnigen Kampfes aufzuklären und treulosen Einflüsterungen zu ent-reißen, und richtete im Namen der Nationalversammlung an sie folgende Erklärung:„Bürger, ihr wähnt euch zum Besten der Arbeiter zu schlagen; ihr streitet gegensie, und über euch allein wird so viel vergossenes Blut kommen. Könnte ein solcherKampf anhalten, so müßte man an der Zukunft der Republik verzweifeln, derenunwiderruflichen Sieg ihr Alle sicherstellen wollt. Im Namen des blutbeflecktenVaterlandes, im Namen der Republik, die ihr ins Verderben stürzt, im Namen derArbeit, die ihr fodert, und die man euch nie verweigert hat, macht die Hoffnungenunserer gemeinsamen Feinde zu Schanden; legt cuere brudermörderischen Waffenmeder, und verlaßt euch darauf, daß die Regierung, wenn es ihr nicht verborgen'b, süß in euern Reihen verbrecherische Aufwiegler sind, auch Wohl weiß, daß sichdabe? Brüder befinden, die nur verleitet sind, und welche sie in die Arme des Va-terlands zurückruft." Diese humanen Bemühungen wurden von vielen Volksreprä»