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Erster Band.
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532
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532 Die Kartoffeln.

über die Entbehrlichkeit dieser Strafe im Zusammenhang mit politischer Entwickelungund mit der Einführung eines andern Strafsystems, welches auch jetzt schon in allennicht todeswürdigen Fällen sich nicht minder nach dem Gerechtigkeitsprincip wirksamäußert. Dieser überwiegenden Meinung, die sich zum Volksbewußtsein und Willengestalten und in gesetzgebenden Versammlungen geltend machen wird, muß man ihregebührende Berechtigung zugestehen. Die Todesstrafe an sich ist nicht unrecht: aberes wird recht sein, von ihr keinen Gebrauch mehr zu machen, wenn die Zeit erfülltsein wird, deren Eintreten gewiß Alle aufrichtig wünschen.

Die Kartoffeln.

Ä6ohlstand schafft Bildung, Freiheit und Glück der Nationen. Wohlstand ist einmächtiges Agens in der Geschichte der Entwickelung der Volkszustände, der Staaten-systeme und der Stellung derselben gegeneinander in der Welt. Wohlstand entfaltetsich da am reichsten, wo die primitiven Bedürfnisse der Menschheit auf die leichteste,mindest kostbare Weise befriedigt werden können. Er wird daher besonders gehobendurch Einführung und Anbau wohlfeiler Nahrungsmittel, welche, mit dem geringstenAufwand producirt, den größtmöglichen Ertrag liefern. In diesem Betracht ist dieKartoffel eine Pflanze, aus deren Knollen gewissermaßen ein Theil der Weltgeschichteherausgewachsen ist; sie spielt nicht allein in der Land- und Staatswirthschaft, neinin der Culturgeschichte, in der Entwickelung der Menschheit eine wichtige Rolle. Nochin den Gährungen der Jahre 1846 und 1847, zunächst Folgen der misrathenenKartoffelernte, haben wir gesehen, daß Ruhe und Frieden eines Staats am Gedei-hen einer Pflanze hängen kann.

Naturgeschichtliches der Kartoffel.

Die Kartoffel (Solarium tudsrosum l..), auch hier und da Erdapfel, Grund-birne, Patate u. s. w. genannt, gehört zum Geschlecht der Solaneen, Nachtschatten-arten oder Tollkräüter, welche sammt und sonders sich durch Anwesenheit eines be-täubend giftigen Princips in den meisten ihrer Organe auszeichnen. Die Kartoffelhat einen krautartigen Stengel, gefiederte Blätter, ungleich große, abwechselnd ver-theilte Blättchen. Als eine Fortsetzung der Stengel sind ihre in der Erde liegenden,rauhschaligen Knollen zu betrachten, die durch feine Faserwurzeln miteinander ver-bunden sind. Auf gegliederten Blütenstielen trägt die Kartoffel Weiße, violette, lila-farbene oder blaue Blumen, regelmäßige Korollen mit fast viereckig gefaltetem Saumund gelben Antheren. Die Frucht, der Kartoffelapfel, ist eine Beere, welche inwässerig zeitigem Fleische zahlreiche flache Samenkörner einschließt. Alle Theile derPflanze, mit Ausnahme des Innern der reifen Knollen, enthalten den Giftstoff So-lanin, welcher aus den Kartoffelkeimen dargestellt werden kann, und der in die Reiheder narkotischen organischen Basen gehört.

Nahrungsfähigkeit der Kartoffel.

Die Knollen der Kartoffeln, neben Reis, Mais und Getreide eines der verbrei-tetsten aller Nahrungsmittel, verdanken ihre nährende Kraft insbesondere ihrem reichenGehalt an Stärkemehl (Amylon), von welchem sie im Durchschnitt 18 ,14 °/ besitzen.100 Theile Kartoffeln (unter welchem Namen wir vorzugsweise nicht die Pflanze,sondern die Knollen begreifen) enthalten 75 — 77 °/, Wasser und 23 — 25 °/ festeSubstanz. Zerlegt man durch chemischen Proceß die letztere, so besteht sie aus 18—19 Theilen Amylon, 3—4 Theilen trockener, stä'rkemehlhaltiger Faser, und zwei