Erzherzog Johann von Ostreich. 597
gerecht studirt; daher wurden Sachen verlangt, die unausführbar waren, und über-dies gab mau keine Mittel dazu. Die Stellung war sogar ganz unnütz, wenn derFeind oberhalb über die Naab setzte und auf der Straße von Papa anrückte. Schonam Nachmittag des 13. Juni, als die Truppen auf den Hohen von Szabadhegy standenund ihr Mahl bereiteten, näherte sich der Feind, griff die Arrieregardc an und drängte, diese von den Höhen bis gegen Naab. Der Erzherzog ließ seine Reiterei, die durchdie ungarische Jnsurrection sich auf 9000 Pferde belief, en solnguisr auf der Ebenegerade nach Czanak vorrücken, begleitet von drei Batterien Cavalerieartillerie. Durchdas Kanonenfcuer wurde der Feind zurückgetrieben und bis Czanak verfolgt. Eineungarische Jnsurgentcndivision gericth hierbei im zu schnellen Verfolgen in das Feuerder feindlichen Infanterie, sodaß die ganze Jnsurrection in Verwirrung gerieth; aberes gelang dem Erzherzog, das Gefecht durch seine Husaren wiederherzustellen. Nach-dem das Gefecht durch eine gegenseitige Kanonade geendet, kehrte der Erzherzog insein Lager zurück, wo er am folgenden Morgen seine Armee eintheilte und die In-surgenten mit seinen Linientruppcn vermischte. Er schlug vor, den während der Nachtvollständig angekommenen Feind anzugreifen und über die Naab zu werfen. Dajedoch die Vorbereitungen erst während des 14. zu treffen waren, so mußte dieserAngriff bis zum 15. verschoben werden.
Der Erzherzog Johann ordnete mit seinem Bruder, dem Palatin, rastlos seineArmee und schickte nach St.-Marton zwei Bataillone und eine Division Reiterei, umsich dieser Gegend zu versichern. Seine Absicht war über Kaptol-Nyal die Höhenzu gewinnen und'dann längs diesen auf den Feind zu rücken. Sein rechter Flügelunter Frimont dehnte sich von Szabadhegy bis an die Raab; er bestand aus 25Schwadronen. In der Mitte befehligten Jcllachich und Colloredo ststter dem Prin-zen selbst 28 Bataillone, die in zwei Treffen vorwärts Szabadhegy aufgestellt waren.Vor der Linie waren ein Meierhof und ein jenseit des Panzsa-Baches gelegenerKirchhof mit einigen Bataillonen und einer Cavaleriebatterie besetzt. Den linken Flü-gel bildeten unter Meszcry etwa 40 Schwadronen, die meist aus Insurgenten be-standen. Diese namentlich in der Front äußerst Vortheilhafte und geschickte Stellunghatte freilich den durch die Beschaffenheit deS Terrain bedingten Nachtheil, daßim Fall einer ungünstigen Wendung ein einziger Rückzugsweg, der über KvMvrn,übrig blieb. Schon gegen Mittag, am 14. Juni, entdeckte man-Bewegungen beidem Feinde. Der Vicekönig hatte nur das Fußvolk Macdonald's erwartet und stiegnun von den Höhen bei Czanak herab. Sein Centrum bildeten 24500 Mann In-fanterie, sein rechter Flügel bestand aus 33 Schwadronen (3300 Pferden) unterMontbrun und Grouchy, den linken bildeten die Divisionen Sahuc und Pully mit27 Schwadronen (2700 Pferden). In der Ebene standen schon 7900 auserleseneTruppen, welche die Reserve bilden sollten. Der Kampf begann bei den Übergängendes Panzsa-Baches. Montbrun und Grouchy griffen vergebens die ihnen gegenüber-stehende Reiterei des östreichischen linken Flügels an, der nicht nur Stand hielt, son-dern den Feind sogar überflügelte. Nur bedurfte es noch eines rasch ausgeführtenAngriffs, und der Tag war entschieden. Allein der Anblick und die Nähe des Fein-des sowie einige glücklich geworfene Granaten brachten plötzlich einen panischen Schrecken, unter die des Kampfs gänzlich ungewohnten Insurgenten. Ümsonst baten und drohtender Palatin und die Generale; die Jnsurrectionscavalerie wich schnell vom Schlacht-felde und entblößte den ganzen linken Flügel. Hätte der Feind genau die Lage desErzherzogs gekannt, so konnte denselben eine Bewegung von Seiten der Franzosennach Naab hineinwerfen; der Vicekönig befürchtete jedoch stets eine Bewegung desöstreichischen rechten Flügels, der aus höchstens 1500 Pferden bestand. Mit diesemUnfälle drangen gegen 3 Uhr die feindlichen Colonnen an; der Angriff und dasGefecht wurden allgemein. Das Bataillon im Kirchhofe mußte sich hinter den Bachzurückziehen; der Feind folgte drei mal, stürmte drei mal den Meierhos und wurde dreimal zurückgewiesen. In diesem Augenblicke ließen die Insurgenten (wer, ist unbe-kannt) die bei einer Kapelle auf der Höhe ausgestellte Cavaleriebatterie zurückziehen,