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Die Schweiz.
malische Unterschiede hervor, daß man in einigen Gebirgsgegenden, wie in Wallisund Tessin, binnen wenigen Stunden die Klimate verschiedener Zonen durchschreitet,und die meteorologischen Erscheinungen und Erzeugnisse der Polarländer durch alleZwischenstufen bis zu denen der schwülsten Gegenden Italiens zusammengedrängtfindet- Wenige Stellen ausgenommen, ist die Lust rein; besonders reich ist dieSchweiz an den gesundesten Lagen, soweit der Boden über 1200 Fuß sich erhebt.
Das Land ist von vier großen Gebirgsketten, wovon drei den Alpen angehörenund die vierte den Jura bildet, durchschnitten. Der südliche Hauptalpenkamm, mitnördlich und südlich auskaufenden Verzweigungen, geht vom Col de Ferret über denBernhard, Velat, Cervin, Monte Nosa, Fletschhorn, Simplen (Penninische Alpen),Fieudo (eine der westlichen Spitzen des Eotthard), Bernhard!« (Lepontische Alpen),Tambohorn, Monte del Oro zum Umbrail bis ins Tirol (Rhätische Alpen). Überdiesen Hauptalpenkamm führen 36 Pässe, in der Höhe von 5710 — 10280 Fuß,worunter die vier großen Alpenstraßen. Diejenige über den Simplen, nach derSchlacht von Marengo (1801 — 5) von Bonaparte gebaut und in der neuesten Zeitziemlich vernachlässigt, hat eine vorwiegende militairische Bedeutung. Wichtig fürden Handel sind dagegen die in den Jahren 1818—23 vollendeten Neustraßen überGotthard, Bernhardin und Splügen, die schon seit vielen Jahrhunderten dem Waaren-transporte auf Maulthieren und Saumrossen dienten. Diese Verbindungsstraßen mitItalien gehören zu den merkwürdigsten Werken solcher Art, und werden nur durchdie - am Orteles vorbeiführende Stilfserjochstraße übertreffen. Die zweite Alpenkette,mit welcher die großen Längenthäler der Rhone und des Rhein parallel lausen, undwelche zwischen dem Galenstock und Crispalt von der Reuß durchbrochen wird, ziehtsich von der Dent de Morcles über die Diablerets, Altels, Jungfrau, Finsteraarhornund Galenstock (8ummso ^Ipss, Berneralpen), über den Crispalt, Tödi, Hausstock, dieScheibe und Galanda bis zum Rhein. Über diese Kette, die sich nördlich im BeinerOberlande, in Unterwalden, Uri, Glarus und dem südlichen Theile von St.-Gallenverzweigt, führen etwa 15 meist sehr beschwerliche Pässe, in einer Höhe von 1260— 8700 Fuß; darunter die Gemmi und Grimsel, sowie der Panixerpaß, welcherletztere das glarner Sernftthal mit Bünden vereinigt und am 5. Oct. 1799 von denRussen unter Suworow überstiegen wurde, womit sich die am Eotthard beginnendeReihe merkwürdiger Bergübergänge des russischen Heers endigte. Minder zusam-menhängend als die beiden ersten Ketten, sondern von der Saane, Aar, Reuß, Muottäund Linth durchbrochen, zieht sich die dritte Alpenkette, von den Tour d'Ay undTour de Mayen im Waadtlande an, über die Dent de Jaman, den Branleirc, dieSchlündi, das Stockhorn, die Blume, Ralligstöcke, den Hohgant, BrienzergrathPilatus, Rigi, Mythen, Roggenstvck, die Mießern, den Wiggis, Speer und die Kuh-fürsten bis zum Säntis in,Appenzell. Ihre Verzweigungen erstrecken sich über Theileder Cantone Waadt- Freiburg, Bern, Luzern, Unterwalden, Schwyz, Zug, Zürich(Albis und Hörnlikette), St.-Gallen und Appenzell. Von der französisch-savoyischenGrenze an, zunächst zwischen Frankreich und der Schweiz, dann aber vom CantonNeuenburg in den nördlichen Theil der- Schweiz und vst-nordöstlich nach Deutschlandhinein, zieht sich endlich die vierte Hauptgebirgskette, das aus mehren parallellau-fenden Ketten bestehende Juragebirge. Es enthält in der Dole den westlichsten, indem den Canton Schaffhausen durchziehenden Randen den nördlichsten Schweizerberg.Über den Jura führen 19, ihn ganz durchschneidende Fahrstraßen, worunter die überSt.-Cergue aus Frankreich, und die Straßen von Basel über den obern und unternHauenstein, und über den Bözberg in die innere Schweiz.
Diese Gebirge zerlegen das Land in vier Abdachungen, von welchen diejenigezur Nordsee, oder das Nheingebiet, weit den größten Theil der Schweiz umfaßt.Bei seinem Ausflusse aus der Schweiz hat der Rhein, über den von Reichen«» bisBasel, oder von der Vereinigung des Hinterrhein mit dem Vorderrhein an, 15Brücken führen, drei Viertheile der schweizerischen Quellen und Flüsse in sich verci-