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Vierter Band.
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Der Kaukasus.

Jngur und Kodor unbedeutend. Wichtiger ist im Osten für dar Kaspische Meer derKoißu, da er fast alle Wasser sammelt, welche zwischen den beiden Kaukasusschen-kcln und westlich vom Kaitachgcbirge ihren Ursprung haben. Er setzt sich aus vierFlüssen zusammen, die nach den Districten, welche sie durchstießen, von Westen nachOsten gehend, die Namen andischer, awarscher, Kara° und kasikumückscher Koißuführen. Alle fließen nordöstlich oder nördlich, vereinigen sich endlich und brechenzwischen dem andischen Kaukasus und Kaitachgcbirge hindurch, um nun unter demNamen Ssulak in östlicher Richtung dem Kaspischen Meere zuzufließen. Ein andererFluß, der zwischen dem eigentlichen Kaukasus und dem Arme, welcher sich mit demKaitachgcbirge verbindet, entspringt, führt den Namen Ssamur; er zeichnet sich nebstdem Terek durch sein wildes Gewässer aus.

Daß die Vegetation keineswegs sehr üppig ist, wurde schon oben erwähnt.Das Hauptgebirge ist, mit Ausnahme der westlichen und östlichen bereits von fecun-dairen Gesteinen bedeckten Enden, zum großen Theil Holzlos. Wo nicht das nackteGestein zu Tage kommt, erblickt man nur an den schrägem Abhängen Matten, diedenen der Schweiz entsprechen. Die perenmrenden Gewächse haben ein weniger ge-drungenes Ansehen, und erheben sich im Durchschnitt l'/r Fuß und mehr über denBoden, sodaß die Vegetation eher das Ansehen einer Steppe, als das einer Matteerhält., An einzelnen Stellen überzieht die kaukasische Alpenrose weite Strecken, undihre weißen Blüten übertreffen an Reinheit in der Regel den Gletscherschnee. Dapbnsglomorats I.. und sunipsrus oommunw U. kommen in den höchsten Regionen nurvereinzelt vor.

Wie reich auch an einzelnen Stellen der Kaukasus an Wäldern, so arm ist erdaran an andern. Während das Gebirge, namentlich so lange es sich längs desSchwarzen Meeres hinzieht, mit allerhand Gehölzen bedeckt ist, scheinen das von denbeiden Kaukasusschenkeln und dem Kaitachgcbirge eingeschlossene Hochland, fast alleBassins der Kettenglieder, und zum Theil alles Land zwischen dem Hauptzuge unddem nördlichen Secundairgebirge Holzlos zu sein. Die Secundairgebirge aber selbst,besonders ihre äußern Abhänge, 'und ein großer Theil des andischen Kaukasus findmit den prächtigsten Wäldern besetzt. Diese ziehen sich nördlich und südlich in dieEbenen. herab, und zeigen hier entweder als Hochwald eine Großartigkeit, welche andie Urwälder der Tropen erinnert, oder als Mittelwald eine Dichtigkeit, die na-mentlich den Russen in den jetzigen Kämpfen mit Schamil unüberwindliche Hinder-nisse in den Weg legte. Die Wälder bestehen zum großen Theil aus Laubholz.Nadelholz nimmt fast nirgend eine bedeutende Strecke ein, und ist überhaupt seltenerals bei uns, aber auch seltener als auf dem kleinasiatischen Hochlande. Am häufig-sten sieht man unsere Kiefer (?inus ^kvsstris b.), aber vorherrschend erst auf einerHöhe von 4 — 6000 Fuß. Beobachtet worden ist sie in größerer Menge auf dendem Schwarzen Meere zufallenden Abhängen, auf dem Südabhange des den obernRion im Süden einschließenden Gebirgs, auf dem Nordostcnde des andischen Ge°birgs, und hier und da auf dem Nordabhange des nördlichen Secundairgebirgs. Dieorientalische Fichte, die Weißtanne und kinus blorümsnniona Uscl. kommen nur einzelnvor. Der Taxbaum ist ebenfalls fast nur den secundairen Gebirgen eigenthümlich.Massenhaft hingegen tritt, wie schon bemerkt, das Laubholz, und vor allem die Roth-buche auf. Letztere bildet den Urwäldern ähnliche Wälder im ganzen Riongebiete undauf den meisten Kalkhöhen des südlichen Secundairgebirgs. Ihre Ausbreitung auf demnördlichen Secundairgebirge ist noch keineswegs erforscht: wir wissen nur aus denrussischen Kriegsberichten, daß auch ein großer Theil des andischen Kaukasus vonNothbuchen bedeckt sein mag. Die Rothbuche allein bildet Hochwald, aber sie hat nurim Riongebiete immergrünes Gehölz als Unterholz. Die pontische Alpenrose,, dieStechpalme, der Buxbaum und der Kirschlorbeer bedecken namentlich die Ränderder Gehölze, und ziehen sich in Thälern und Schluchten aufwärts. Sonst erlaubtdie Nothbuche nicht, daß sich anderes' Gesträuch unter ihr ausbreite, denn ihre Kro-nen schließen sich so dicht aneinander, daß die Sonne nirgend durchdrängen kann und