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Vierter Band.
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418 Der Kaukasus.

zwei vorhanden, von denen die eine eine berühmte Handelsstraße ist. Diese führteim Thale des Selentschuk aufwärts und über das Gebirge in das Thal des Kodor,nach dem vor Christus berühmten Emporium Dioskurias. Der Straße entlangging wahrscheinlich auch der byzantinische Gesandte Zenurrchos auf seiner Rückreisevorn Hofe des Türken - Großkhan Disabulos. Aber auch feindliche Völker nahmenden Weg, um in Dioskurias zu plündern. Die Einwohner dieses Emporiumversperrten daher die Straße durch eine Mauer, deren Spuren man noch heutzu-tage in der Zibelda findet. Die zweite Straße führte durch die Große Kabarda indem Thale, eines Nebenflusses des Terek, des Ardon, aufwärts, ebenfalls über dasGebirge hinweg in das Thal des Nion, und nun diesem entlang nach Zmerien undMingrelien. Chasaren machten häufig auf ihr Einfälle in die fruchtbaren Gefildeder georgischen Lande, weshalb die Könige der Letzter» schon in frühester Zeit darandachten, die engste Stelle dieser Straße durch eine Mauer abzusperren. Es,wardies an der Grenze des Dwalenlandes und dem der echten Osten, da wo der Ardondas Gebirge durchbricht. Man nennt den Paß Chaßriß- (Kaßriß-)Kari, ein Name,der doch, trotz Brasset's Entgegnungen, ursprünglich Chasarenpsorte bedeutet ha-ben möchte.

Die dritte, die heutige Militairstraße, ist unbedingt die wichtigste. Sie läuftin dem Thale des Terek aufwärts und über das Gebirge in das Thal der Araguanach Tiflis. Zwei Pässe sind hier vorhanden, welche beide in den ältern Zeiten denNamen Darjcl, Dariel oder Darjol, wol am besten in der Bedeutung enger Weggenommen, geführt haben. Der nördliche Paß, nächst Dcrbend der berühmteste imKaukasus, befindet sich da,-wo südlich vom Kasbek der Terek das Gebirge durch-bricht, während der südliche, im Thale der Aragua, beim heutigen Mtiulth-Kari(Bergpforte) liegt. Beide waren ebenfalls durch Mauern geschloffen, von denen mannoch heutzutage an dem wichtigern nördlichern Spuren sieht. Die Russen bewachen ^gegenwärtig den nördlichen Eisgang durch die Feste Wladikaukas, welcher NameHerr des Kaukasus bedeutet. Die vierte Straße, welche sich längs des KaspischenMeeres hinzieht, war in den ältesten Zeiten der ersten Perserherrschaft gewiß nochwichtiger als der Terek-Dariel. Ziemlich auf ihrer Mitte hatte man die Straßedurch eine doppelte Mauer an einem Engpaß gesperrt. Es war hier das Thor derThore (Bab al Abwab), das Thor (Bab) kurzweg, das eiserne Thor (Bab alHadid oder Temir-Kapu), gewöhnlich aber Derbend genannt, welches sogar Moham-med als das äußerste Thor des Islam (Bab al Islam) bezeichnete, und dem früherschon Nuschirwan und später Harun al Raschid mit Recht ihre Aufmerksamkeit zu-wendeten. Später scheint Derbend jedoch seine große Bedeutung deshalb verlorenzu haben, weil nämlich Vorderasien kein Reich von dauernder Kraft mehr besaß.Man hatte durch die doppelte Mauer, zwischen der sich eine zahlreiche Bevölkerungniederließ, die Straße zwar abgesperrt; da aber die rohen Völker des Nordens überdie nahen Höhen nach Süden hereinbrachen, so wurde auch eine einfache Mauervon 12 Stunden Länge auf diesen Höhen aufgeführt. Diese unter dem Namen derkaukasischen bekannte Mauer hat aber nie über den Kaukasus gereicht. Unter dersogenannten Alanenpforte (Bab al Lan) muß man häufig Derbend verstehen; ohneZweifel ist indessen die echte mehr landeinwärts zu suchen, vielleicht in der Nähe desheutigen Dorfs Kuwetschi. Durch die Alanenpforte drangen die rohen Völker desinnern Lesghistan ein, und deshalb wurde auch sie besetzt. In wenigen Fällen hatman aber unter der Alanenpforte auch das nördliche Dariel zu begreifen. Ein zwei-ter Paß auf der vierten Straße liegt südlicher in der Nähe des zackigen und zerklüf-teten Beschparmak, bei dem heutigen Dorfe Chydirsinde. Hier wurde bis zu Anfangdieses Jahrhunderts ein Zoll bezahlt. Der Paß scheint ebenfalls in den ältesten Zei-ten mehr beachtet worden zu sein; es ist selbst nicht unwahrscheinlich, daß das vonNuschirwan erbaute Kastell Schirwan hier lag, sodaß dieses demnach nicht mit demheutigen Schemachi identisch sein kann.

Die Völker des Kaukasus behaupteten zum großen Theil bis in die neueste ^