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Vierter Band.
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Der Fünfzig erausschuß.

lich in der öffentlichen Meinung tiefer als je gesunken. Vergeblich suchte Welcker,welcher eigentlich die Seele des ganzen Plans gewesen, durch ein Schreiben vom7. Mai an Soiron eine Begütigung und Ausgleichung zu bewirken; vergeblich legteer die vom Bundestag ausgesprochene Verantwortlichkeit gegen die Nation als „diepublicistisch allein schickliche Weise" aus, wie die Abhängigkeit des Triumvirats vonder Nationalversammlung ausgedrückt werden könnte; vergeblich erklärte er die Be-seitigung der „Vereinbarung" damit, daß der Bundesbeschluß ja nichts weiter sei,als ein Vorschlag zu einem Triumvirat, keineswegs aber ein Vorschlag in Betreffder Personen und ihrer Erwählung. Diese Auslegung konnte umsoweniger befrie-digen, als Welcker selbst in diesem Briefe die freie Ernennung durch die Regierungenfür unumgänglich erachtete.

Die Bundesversammlung, welche wol einsah, daß ihrem Lieblingsplane nichtmehr aufzuhelfen sei, wollte bei ihrer Niederlage wenigstens den Schein ihrer Würdewahren. Sie antwortete den Fünfzigern, daß sie ihren Beschluß selbständig gefaßt,und nur als einen ihrer Beweggründe die Ansicht des Ausschusses angeführt habe.Der Ausschuß verkenne seine Stellung und die Befugnisse der Bundesversammlung,wenn er voraussetze, daß die letztere an seinen Beschluß vom 27. Apr. gebunden sei(8. Mai). Indem der Bundestag auf solche Weise die Verwahrung der Fünfzigerzurückwies, hatte er freilich den Buchstaben des Skaatsrechts für sich; allein diesesalte Staatsrecht war es ja gerade, welches die Märzbewegung über den Haufen ge-worfen. Sobald der Bundestag nur in diesem noch seine Stütze fand, war ihmjede erfolgreiche Thätigkeit abgeschnitten.

Der Ausschuß hatte Heckschcr's Antrage zugestimmt, bevor ihm der Bundes-beschluß vom 3. Mai noch amtlich mitgetheilt worden; die Bundesversammlung ver-galt dies jetzt auf kleinliche Weise, indem sie ihre Erwiderung vom 8. Mai sofort indie Zeitungen einrücken ließ, ehe sie in die Hände des Ausschusses gelangt sein konnte.Abegg rügte in der Ausschußsitzung des folgenden Tags mit Schärfe und doch mitMäßigung das plötzlich wieder vormärzliche Benehmen der Bundesversammlung. Eswurde eine Commission zur Behandlung der Sache erwählt, bestehend aus Abegg,Simon von Breslau, Buhl aus Baden, Wippermann, Venedey.

Schon am nächsten Tage, den 10. Mai, sollte Abegg den Bericht erstatten.Als er das Wort ergriff, kündigte er gleich an, vor allem habe er einen Bundes-beschluß vom 4. Mai mitzutheilen, welcher ein Helles Licht'auf die ganze Triumvi-ratsangelegenheit werfe, und der ihm soeben auf vertrautem Wege zugekommen sei.Er verlas nun das Promemoria des großherzoglich hessischen Gesandten von Lepel,welches seiner Zeit eine so allgemeine Aufregung in Deutschland veranlaßt hat. Lepelsetzte darin auseinander, daß es den Regierungen nicht wol möglich sein werde, miteinem fertigen Versassungsentwurf vor die Nationalversammlung zu treten; daß eSwünschenswerth sei, die Verfassung, welche die Versammlung selbständig und als con-stituirende frei werde entwerfen wollen, möchte ihrem Inhalte nach so ausfallen, daßdie Regierungen sie annehmen könnten, ohne im Bundesstaate unterzugehen; daßdaher Organe der Regierungen, Männer ihres Vertrauens unter den Mitgliedern desParlaments vorhanden sein müßten, Abgeordnete, welche auf eine allseitige Verstän-digung hinzuarbeiten hätten; denn die Regierungen oder der Bundestag könnten kei-neswegs dem Parlamente, auch nicht mittels einer Ministerbank, erfolgreich gegen-übertreten. Wenn übrigens die längst besprochene Bundescentralbehörde zu Standekommen sollte, so würde dies allenfalls die hierzu geeignete Behörde sein können. Vorallem aber sei erfoderlich, daß die Regierungen eine Commission in Frankfurt zusam-mentreten ließen, um eine einheitliche Leitung in die Verhältnisse zur Nationalversamm-lung zu bringen. Die Bundesversammlung hatte einstimmig beschlossen, dieses Pro-memoria den Regierungen „zur gutfindenden Kenntnißnahme einzusenden, da es, theil-weisc wenigstens, Bemerkungen enthalte, deren Berücksichtigung sich empfehlen dürfte."

Dieses Protokoll, welches im ganzen Deutschland das Mistrauen gegen Bundes-tag und Regierungen nicht wenig steigern sollte, wurde im Ausschuß, namentlich von