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Vierter Band.
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Das Cap der gute» Hoffnung. 515

, geborenen Südafrikas machten, und die durch ihre Kämpfe mit den emigrirten Boers

7 bei Natal auch in neuester Zeit bekannt worden find.

^ Alle diese Völkerschaften oder Stämme find in Körperbau, Sprache, Sitten

, und Gebräuchen nahe verwandt. Das Land der Amakosa (die Sylben Ama bedeu-

, ten den Plural, indem die Flexion in der Kaffernsprache wie im Koptischen und

c auch im Keltischen durch Präfixe, nicht durch Endungen geschieht) wird im Norden

, in nordöstlicher Richtung von dem Amatolagebirge, und von Norden nach Süden von

» den parallellaufenden Flüssen Kciskamma, Buffalo und Kei, welche alle zahlreiche

; ' Zuflüsse haben, durchschnitten und in der Colonie: Kaffraria oder Kaffernland ge-

> nannt. Es ist diese Wildniß viel reizender und großartiger als irgend ein Theil der

> Colonie: das Gras ist fetter, die Bäume find höher, die Flüsse reiner, die Gebirgs-

. abhänge mit Wald und Busch dichter bekleidet, die Thäler fruchtbarer. Die Ama-

> tolagebirgc eignen fich insbesondere trefflich für Schafzucht, das Küstenland für Acker-

. bau jeder Art, sowie für Kaffee, Zucker, Taback und Flachs. Spuren von Stein-

! kohlen zeigen sich längs dieser ganzen Küste. Der Kaffer ist ungemcin aufgeweckten

und begabten Geistes. Zahlreiche schöne Heerden bilden seinen vorzüglichsten Reich-thum und Stolz, den Hauptgegenstand seiner Wünsche, weshalb er auch so gern,da er Diebstahl keineswegs für ein Verbrechen hält, das schöne und bessere Colonial-Vieh stiehlt. Die Gcschicklichkeit, welche er bei diesen Räubereien entwickelt, ist er-staunlich. Das Pfeifen eines Kaffern soll auf eine Heerde Rinder wie Magik wir-ken. Auch treiben die Kaffern einen rohen Ackerbau; hauptsächlich bauen sie eineArt Hirse (llolcus 6süi-oium). Diese Feldarbeit wird aber durchaus nur von denWeibern verrichtet, deren der Kaffer aus diesem Grunde so viele wie nur möglichhält. Da er fich seine Weiber um Vieh erkauft, so hängt er auch in dieser Hin-sicht von seinem Viehstande ab. Der Kaffer trägt keine Kleidung außer dem Karoßoder ledernen Mantel, aus wohlbereiteten, gleich Handschuhleder sanften Häuten, voneiner angenehmen, rothbraunen Farbe, gefertigt. Er nennt diese Mäntel Zngubo;das Wort Karoß sollen die Holländer von den Hottentotten haben. Die Häuptlingetragen Leopardenfelle, an welchen die Haare belassen. Bei feierlichen Gelegenheitenzieren sie das Haar mit rothem Ocher, indem sie es in eine Masse kleiner Knotenbinden und jeden Knoten sorgsam einschmieren und ochern, eine Operation, die vonden Weibern verrichtet wird und sehr langwierig ist. So seltsam uns dieser Ge-brauch auch erscheint, so ist er doch nicht seltsamer als das Pudern der Europäer.Die Weiber unterscheiden sich in der Kleidung von den Männern hauptsächlich nurdurch eine wie ein Turban geformte, mit großen Glasperlen und messingenen Knöpfenbesetzte Mütze von Leder. Ihr ebenfalls mit diesen Zierathen besetzter Karoß bedecktsie ehrbar von, Hals bis zu den Fersen. Doch tragen die unverheiratheten Mädchendieses Kleidungsstück meist wie einen Unterrock und lassen den obern Theil des Leibesunbedeckt. Strenge Keuschheit ist beim weiblichen Geschlecht allgemein. Statt derKarosse bedienen sich die Kaffern jetzt aber häufig englischer wollener Decken (Blan-I kets), und die Häuptlinge erscheinen bei besondern Anlässen in europäischer Tracht,t Ihre Nationalwaffe ist ein leichter Wurfspieß, von den Holländern Assagai, von^ ihnen selbst aber Umkonto genannt, mit einem fünf Fuß langen Stiele von sehr zähemHolze und einer eisernen lanzenartigen Spitze. Es ist eine gegen europäische Trup-pen freilich unzulängliche Waffe, da sie nicht auf mehr als 30 Ellen Weite mitSicherheit geworfen werden kann. Eine andere Waffe ist der Kiurie, ein mit einemdicken Knotenende versehener Stock (wie die irischen sKillalaZK), womit sie Vogel imFluge treffen. Außerdem besitzen sie jetzt auch größtenteils Flinten, welche ihnentrotz des Verkaufsverbots von den Colonisten selbst verschafft worden sind. Wurdendoch selbst in England gefertigte Assagais eingeführt! Die Kaffern zogen jedoch dasvon ihnen selbst geschmiedete Eisen vor.

Die Hütten der Kaffern sind hemisphärisch und den Ameisenhügeln, womit dasLand bedeckt, in der Form sehr ähnlich. Sie leben in Dorfschaften (Kraals) und

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