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Vierter Band.
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Das Cap der guten Hoffnung.

Blute durch die vielen Zufalls denen sie ausgesetzt, unberechenbare Verluste verursachen.Wenn der Landwirth seine Heerde jährlich, nach Abzug der als Speise verzehrten undder durch Krankheiten und andere Ursachen abgegangen Schafe, um ein Viertel ver-mehrt, so hat er alle Ursache höchst zufrieden zu sein. Der Preis eines Hammelsist durchschnittlich 10 Schilling.

Was den Ackerbau anlangt, so ist bei günstigem Wetter der Getreideertragsowol in Quantität als Qualität höchst ausgezeichnet. Dünger ist nicht erfoderlich,ja schädlich, wol aber eine stete Irrigation. Günstiges Wetter erscheint freilich sel-tener. Zn den tiefern Theilen des Landes, in der Nähe der Küste, zeigt sich ein Mehl-thau sehr häufig und zerstört den Weizen mitunter mehre Jahre nacheinander. Inden höher» Gegenden vernichten die Heuschreckenschwärme die Saaten. Überziehen dieseSchwärme ein Land, so verwandeln sie das vorher im frischesten Grün wogende Feldin eine braune Stoppel. Zwar gelingt es mitunter, durch das Anmachen von Feuerein Feld zu schützen; aber dies verhindert nicht, daß die Heuschrecken ihre unbeflü-gclte Brüt hinterlassen, die man umherhüpfen lassen muß, bis ihnen die Flügel ge-wachsen. Eine andere Calamität Südafrikas sind die weißm Ameisen, welche, wiedie Heuschrecken, nie von ihrem Pfade weichend, das Land durchziehen, und dasselbemit einer weißer Asche gleichenden Materie bedecken. Innerhalb der Häuser wirdihnen sogar Kleidung, Hausgerä'the und dgl. zur Beute, ja die Häuser selbst sindgefährdet. Eine dritte Heimsuchung ist die große Dürre, unter der stellenweise dasWasser ganz austrocknet und das Getreide verdirbt oder ausfällt.

Die einheimische Ziege ist durch ihre Fruchtbarkeit sehr werthvoll; Ziegen beider Heerde gekauft kommen drei Schilling das Stück. Das Fell der erwachsenenZiege verkauft sich für zwei Schilling; das Fett eines solchen Thiers ist ebenso vielWerth, und das Fleisch bleibt als reiner Vortheil. Das nicht zur Speise verwend-bare Fleisch wird zu Talg niedergekocht, der sehr hart und lange erhaltbar, und dahereinen guten Preis hat. Die Ziege unterliegt hier auch nicht so vielen Krankheitenwie das Schaf; doch zeigt sich Schorf häufig und unheilbar. Das Rind des Capist ein herrliches Thier, mit an fünf Fuß langen Hörnern und ungemein schlank undkräftig gebaut. Der Ochse besitzt dabei ein äußerst geduldiges Temperament: er ziehtnicht nur den ungelenken Pflug des Holländers, sondern auch die schweren, langen,niedrigen, aus die schlechten Wege und zur Vermeidung des Umstürzens eingerichte-ten Last- und Reisewagen. Diese Wagen, vor welche gewöhnlich 12, 14 oder mehrOchsen gespannt sind, die vermittels einer 20 Fuß langen Bambuspeitsche, an wel-cher der Riemen aus Rhinocerosfell geschnitten ist, geleitet werden, sind für den Frem-den immer ein sehr auffallender Anblick. Man bedient sich der Ochsen zur Neffeschon darum, weil sie leichter erhalten werden können als Pferde.

Die weiße Bevölkerung: Engländer und Holländer.

Die Nationalengländer trifft man in der Cvlonie nur häufig in den Städten,als Kaufleute, Ladenhaltcr, Beamte, Militairs u. s. w., als Gutsbesitzer aber haupt-sächlich in dem von ihnen zuerst colonisirten östlichen District Albany. Die Mehr-zahl der Gutsbesitzer in der Colonie bilden die holländischen Boers (Bauern). DieHolländer haben auch unter der afrikanischen Sonne ihr eigenthümliches, kühles, Phleg-matisches, aber zähes, nachhaltiges, große Schwierigkeiten mit steigender Energie über-windendes Wesen zur Ehre ihrer germanischen Stammart bewahrt. Die Häuser derBoers sind gewöhnlich niedrig und bestehen nur aus der Erundflur. Vor dem Haufebefindet sich eine mit Mauersteinen gepflasterte, an zwei Fuß hohe Terrasse (Steeggenannt), auf welche sich die verschiedenen Gemächer öffnen. Der Hausrath ist mehrdauerhaft als zierlich. Die Fenster sind immer sorgsam geglaset; obgleich es schwie-rig, die Glasscheiben auf den langen, schlechten Wegen zu befördern. Der Fußbodenbesteht aus hartem Lehm, und wird meist mit Springbock- und andern Häuten, die«Älen guten Teppich abgeben, belegt. Die Federbetten sind hier so sanft, daß mandarin gewissermaßen versinkt und gegen die harte Bettstelle nicht geschützt wird. Ofen