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Das Cap der guten Hoffnung.
in 11 Bezirke, welche sind: der Capstadtbezirk, Stellenbosch, Zwcllendam, George,Üitenhage, Albany, Somerset, Graaff-Reynett, Bcaufort, Worcestcr, Clanwilliam.Man könnte diese verschiedenen Bezirke als gleich viele Colonien betrachten, da sie zu.verschiedenen Zeiten angebaut wurden, und gleichsam einzelne Oasen oder Oasengrup-pen bilden, die voneinander durch Gebirge, Sandflächen, Einöden, Wildnisse ge-trennt sind.
1) Der Capstadtbezirk erstreckt sich nördlich bis zum Berloren-Thal, 190 eng-I lische Meilen nördlich vom Cap-Point, hat eine mittlere Breite von 30 Meilen undeinen Flächeninhalt von 3700 Quadratmeilen. Die Ostgrenze bildet das Hotten-tottisch-Holland-Gebirge. Die Capstadt selbst liegt unmittelbar am Fuße des Tafelbergsauf dem flachen Strande der Tafelbai. Sie ist ein angenehmer Ort, mit soliden,oft eleganten, sauber wcißgetünchten Häusern, die flache Dächer und zahlreiche Fen-ster haben. Die Straßen sind breit, regelmäßig, und durchschneiden einander in rech-ten Winkeln, doch ungepflastert und daher im Sommer höchst staubig. Vor denHäusern ziehen sich Reihen von Eichbäumen hin, deren Grün durch die blendendeWeiße der Häuser gehoben wird. Durch die Hauptstraße läuft ein Kanal; die vondem Gouverneur Grafen Caledon gelegten hydraulischen Röhren versehen jedes Hausmit trefflichem Trinkwaffer, das auch die Schiffe in der Bai einnehmen können.Vor den meisten Häusern befindet sich der sogenannte Steeg, wo die Einwohner sichdes Tags im Schatten ergehen und Abends gern im Kühlen plaudern. An Lädenaller Art ist kein Mangel. Während der Monate April bis August ist das Wetter, so schön wie in den heitersten Sommermonaten in Deutschland, obwol mitunter vonkalten Stürmen unterbrochen. Im Sommer, der mit dem September beginnt, wirddie Stadt heiß, wozu die Rückstrahlung des nackten, hellfarbigen Gesteins des Tafel-bergs viel beiträgt. Alsdann sind auch die Südostwinde vorherrschend, die in derTafelbai oft furchtbar rasen, die dort liegenden Schiffe gefährden und deren Commu-nication mit dem Lande tagelang unterbrechen. Bei diesen Stürmen bedeckt das so-i genannte Tafeltuch die Spitzen des Tafel- und Tcufelsbergs, eine prachtvolle, wogige
i Dunstmasse, weiß wie Schnee, nach unten in dichten Strömen die Gebirgsmassen
halb herabfließend, aber, immer von der untern wärmern Luft verflüchtigt, nie denErdboden erreichend, während nach oben die Wolke selbst scheinbar bewegunglos steht,j wie eine wirkliche Schneemasse, und der Himmel umher unbewölkt und glänzend blau
! erscheint. Durch die Straßen der Stadt wirbeln zu dieser Zeit röthliche Staub-
! Wolken von solcher Masse, daß man am Ausgehen gehindert wird und kaum im
Hause geschützt ist. Diese Unbequemlichkeit beklagt jedoch Niemand, weil so dieLuft gereinigt und Fieber verhindert werden. Das am Eingänge der Bai gelegeneSchloß (tks Lastls) bestreicht dieselbe; es ist eine sehr starke pentagonale Fortifica-tion. Hier befinden sich die meisten öffentlichen Bureaux und die Kasernen. Außer-dem wird der Eingang zum Hafen noch von mehren kleinen Forts vertheidigt. DieStadt besitzt eine Anzahl gutgebauter Kirchen und sonstiger öffentlicher Gebäude, dar-unter die großartige Börse mit der sehr bändereichen öffentlichen Bibliothek. DerHandel des so überaus Vortheilhaft gelegenen Orts ist fortwährend im Aufblühen;die Hauptausfuhrartikel sind Wolle, Wein, Weizen, Pökelfleisch, Häute und Felle,Hörner, Elfenbein, Straußfedern, Aloe und Gummi. Das Leben für den Fremdenist ebenso theuer, wenn nicht theurer, als in England, wiewol der Markt stets Ge-müse, Fleisch und Fische zu billigem Preise liefert. Die Einwohnerzahl, in derMehrzahl holländischer Abkunft, übersteigt 25000. Die ungeheure Entfernung derCapstadt von London legt ein gutes Segelschiff in 70 Tagen zurück.
Der größte Theil des Captstadtbezirks ist dürrer „Fels - oder Sandboden. Hierund da, besonders in der Nähe der Stadt, wird die Ode durch elegante Villas undausgedehnte Gärten freundlich unterbrochen. In diesen Gärten zieht man die mei-sten europäischen und tropischen Früchte mit Erfolg. Der süße, in England unterdem Namen Constantia bekannte Wein wächst auf zwei Weinbergen, acht Meilenvon der Stadt, wo jährlich an 15000 Gallonen erzeugt werden. In den Dorfschaf-