524 Das Cap der guten Hoffnung.
mose, die Aloe und der Cactus erreichen hier den Umfang von Waldbäumen. Dieofstcinelle Aloe wächst reichlich auf den Höhen; doch ist die Aloe des Cap über-haupt von geringerer Qualität, obwol sie in beträchtlicher Quantität ausgeführt wird.Au dem Geschäfte des Saftausziehens finden die trägen Hottentotten, die sich beiden Missionarniederlassungen umhertreiben, eine wenig mühsame Erwerbsquelle. DieGehölze bergen viele Arten von Antelopen, den blauen Bock, eine Art Gazelle vonder Größe eines ,Hasen, Fasanen, Rebhühner, und in unzugänglichem Dickicht denwilden Büffel. Überaus wcrthvoll sind die vielen kleinen Salzlachen des Bezirks,aus denen sich ein großer Theil der Colonie mit vorzüglichem Salz versieht. DieLandhäuser in Uitenhage sind meist nicht so ansehnlich wie in den mehr westlichenBezirken. Port Elisabeth an der Algoabai ist die wichtigste Hafenstadt der Colonienach der Capstadt. Die geräumige Algoabai gewährt größer» Schiffen den besten,vielleicht einzig zugänglichen Ankergrund an der ganzen östlichen Küste der Colonie.Der Hafen ist mithin der natürliche Stapelplatz für die gesammte Ein- und Aus-fuhr der östlichen Provinz wie der. im Norden und Nordosten grenzenden Bezirke.Freilich werden die^Südoststürme, die neun Monate im Jahre wüthen können, undlange, ungebrochene Wogen in die Bai hineinwehen, den ankernden Schiffen sehr ge-fährlich: manches Fahrzeug geht hier durch dieselben zu. Grunde. Port Elisabethselbst zählt 4000 Einwohner und besteht aus einer unregelmäßigen, mit trefflichenBaulichkeiten versehenen Straße. Der Boden, auf dem die Stadt liegt, ist sandig,unfruchtbar und liefert nur weniges, überdies salziges, für den Fremden ungesundesWasser. Früchte und Gemüse kommen von dem 18 Meilen entfernten StädtchenUitenhage; sie stehen darum hoch im Preise. Bethelsdorp, ebenfalls an der Algoa-bai, ist eine Station der londoner Missionsgesellschast. Uitenhage, der eigentlicheHauptort des Bezirks, wie alle holländischen Plätze nach einem regelmäßigen Planeangelegt, ist ein großes, wohl mit Wasser versehenes Dorf an der linken Seitedes Swartkopflusses. Die Häuser haben hier Obst- und Gemüsegärten von zweiAckern hinter sich. Ein solches Grundstück, Erf(Erbe) genannt, wird gewöhnlich mit 80—100 Pfund Sterling bezahlt, und bietet dem Küchengärtner ein gutes Auskommen.
6) Albany, früher Zuurveld genannt, seit 1820 von 5000 Schotten unter Lei-tung des Dichters Pringle colonisirt, grenzt im Osten an den Großen Fischfluß, imWesten an den Buschmansfluß, im Norden an den Zuurberg, und besitzt einen Flä-cheninhalt von 4000 Quadratmeilen. Tritt man in diesen Bezirk von der uitenha-gener Seite ein und hat das „Große Dickicht" hinter sich, so öffnet sich mehr undmehr ein reiches Land. Das Pflanzenreich zeigt kräftigen Wuchs; beträchtliche Ebe-nen und schwellende Hügel werden von zahlreichen Heerden veredelter Schafe undRinder beweibet. Die Schäfereien sind oft großartig, haben sich jedoch keineswegsso ertragreich erwiesen, wie man erwartete. Entzündungen'und andere Krankheitenentstehen unter den Schafen aus der Säure der Weide nach regnerigtem Wetter.Der Ackerbau ist dagegen in Albany sehr einträglich und wenig kostspielig; nur ver-ursacht auch hier der Mehlthau öftere Verluste. Zm Ganzen läßt sich sagen, daßein Landwirth mit mäßigem Capital sein Auskommen findet, wenn er sich vorsichtigbenimmt und nicht zu kostspielige Auslagen macht. Den Großen Fischfluß umgibtlängs des ganzen untern Laufs das Große Dickicht, eine grause Wildniß, einChaos von durch tiefe und enge Schluchten getrennten Hügeln, die beide, Hügel undSchluchten, von einer dichten, dem Unterholz des brasilischen Waldes gleichenden,aber viel dornigern Vegetation bewachsen und überwuchert sind. Zn diesem Dickichtherrschen die fremdartigsten Gewächse vor. So die llupkorkm grsnclielsns, an 50Fuß hoch, mit einem dicken, rauhborkigen Stamm, dessen Zweige sämmtlich von glei-cher Höhe, sodaß sie einen breiten und flachen Kopf bilden. Diese Zweige sind ohneBlätter, aber äußerst saftig, dick, zäh, eckig, wie die des Cactus, und an allen Eckenmit Dornen und kleinen, gelblich-grünen Blumen besetzt. Schneidet man einen sol-chen Zweig ein, so fließt eine Menge ätzenden Safts heraus. Ferner die 2am,'allorrick--,, mit steifen, dornigen, palmartigen Blättern, welche an der Spitze eines kur-