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Vierter Band.
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Das Cap der guten Hoffnung. 527

Lehmboden, höchst fruchtbar, wenn er irrigirt werden kann, so sind hier die Gärtenin Obst und Gemüse höchst ergiebig. Es befinden sich auch zu Beaufort mehre grosseNiederlagen europäischer Waaren. Bei der Entfernung von den Seehäfen, derSchwierigkeit des Transports wegen Mangel an Weide und Wasser sind jedoch dieWaaren sehr theuer, während der Landwirth für seine Wolle, Häute und sein Fettgeringe Bezahlung erhält.

10) Worccster grenzt im Süden an Zwellendam, im Osten an Beaufort, imNorden an Clanwilliam, im Westen an Stellenbosch, und hat einen Flächeninhaltvon 14000 Quadratmeilen. Es steht im Ganzen dem Bezirke Zwellendam wenig anFruchtbarkeit des Bodens nach, obwol ein Theil an die Karroo grenzt. Der Weizen istder beste und schwerste in der ganzen Colonie und eine begehrte Waare in der Capstabt.Ebenso eignet sich das Land für Nindviehzucht. Auch mangeln weder Arbeiter (Hot-tentotten) »och Märkte. Die Verbindung mit der Capstadt ist bequem seit Herstel-lung einer schönen Straße über den langen und jähen Franschonkpaß, dessen ehedemunwegsamer Zustand die Entwickelung des Bezirks sehr hemmte. Der Bezirkmöchte zu denjenigen gehören, welche Einwanderern zu empfehlen sind. Die nörd-lichern Theile leiden freilich an Trockenheit. Der Flecken Worccster am Breedeflußhat zwar eine beträchtliche Ausdehnung, aber nicht viele weiße Bewohner. DieFruchtbarkeit des hier noch vorkommenden Karroobodens erweist sich bei Anwendungder Irrigation als außerordentlich. Viele Hottentotten in gedrängten Haufen vege-tiren in dieser Gegend vom Ertrage kleiner Gärten, deren nachlässiger Anbau ihreBedürfnisse befriedigt. Einige Stunden von Worccster befinden sich heiße, starke Mi-neralquellen, von rheumatischen Kranken besucht. Das Thal des Hexflusses ist mittrefflichen Wirthschastshöfen und Häusern dicht besetzt. Tulbagh, im Thale Noode-gand, früher der Hauptort des alle nordwestlichen Theile der Colonie umfassendenBezirks gleiches Namens, hat ausgezeichneten Weizen- und Obstbau; dagegen vermagman nur Ochsen und Schafe für eigenen Bedarf zu ziehen.

11) Clanwilliam grenzt im Westen an den Atlantischen Ocean, im Süden anden Capbezirk, Stellenbosch und Worccster, im Osten an Beaufort, im Norden anwüstes Land, und enthält 18000 Quadratmeilen. Der größte Theil dieses Bezirks istüberaus trocken. Der Oliphantfluß und der Bergfluß sind beträchtliche Gewässer,aber durch Sandbänke an der Mündung abgesperrt, sodaß sie nur von Böten befah-ren werden können. Das den Flüssen anliegende Land enthält ziemlich gute Weiden.Auf dem Kamisberge (von 4000 Fuss Höhe), dessen Umgegend gesunde Weide bietet,befindet sich eine Missonarstation. Das nach dem Oranjefluß hin vom Rogge»veldgebirge sanft abfallende Hochland ist felsig, von niedrigem Gestrüpp bedeckt. Hierbefinden sich viele Salzseen, auch mehre trockene Salzthäler, darunter eines von sechsMeilen Breite und 40 Meilen Umfang, dessen Boden mit seinem, trockenem, glän-zcndwcißem Salz bedeckt ist. Das Dorf Clanwill'iam liegt 168 Meilen von derCapstadt, 96 von Tulbagh, 150 von Stellenbosch. Der große Wassermangel, diehäufigen Dürren und die zahllosen Heuschrecken verhindern das Emporblühen des Be-zirks, dessen spärliche Bevölkerung sich nur mit Mühe ernährt.

Die neuen Provinzen im Osten und Norden der Colonie.

Diese bisher aufgezählten 11 älter», Bezirke der Colonie haben, den Oranje-fluß als Nordgrenze angenommen (obgleich die Colonie in der That durch die gro-ßen Wüsten im Norden und Nordosten von dem Fluß geschieden ist), zusammen eineirFlächeninhalt von 200000 englischen Quadratmeilen und eine Bevölkerung von nichtganz 200000 Seelen. Zu diesem Territorium kam aber, wie wir weiter untewerfahren werden, ein Landstrich von mindestens 50000 Quadratmeilen im Osterrder Colonie durch die Proklamation des Gouverneurs Sir Harry Smith (im De-cember 1847) hinzu. Dieser neue Theil, den man noch durch einige Landstrichevon dem alten Colonialgebiete arrondirte, zerfällt jetzt in die Bezirke Victoria, Cra»dock, Albert, Colesberg.