Band 
Vierter Band.
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526 Das Cap der guten Hoffnung.

Gehölzes, in beträchtlicher Erhebung über dem Meere. Während der Südoststürmeseht der Wellenschlag am Ufer ein feingepudertes, Schneeflocken gleichendes Salz ab,welches dem feinen englischen Salze gleichkommt. Das Wetter ist in diesem Bezirkeim Sommer drückend warm, sonst gesund; im Winter (Zuli) bedeckt sich der hoheCompaßberg mit Schnee, der,dann mitunter in die Thäler hereinstürmt. Die Kältewird dann sehr empfindlich, zumal das Feuerungsmaterial sich auf den aus den Schaf-pferchen gegrabenen und getrockneten Dünger beschränkt. Die Schwierigkeit, oft Un-möglichkeit, Arbeiter und Dienstboten zu erhalten, gehört mit zu den rrnstlichstcnMisständen dieses Bezirks, besonders für neue Ankömmlinge. Der Hauptort, dasDorf Graaff-Neynett, liegt in einem von dem Bette des Sonntagflusses gebildetenBassin am Voor-Sneeuwberg. Die aus Mauersteinen solid im holländischen Stileerbauten Häuser stehen in einer geraden, weiten Straße, jedes einzeln in seinem Gar-ten, der an den Seiten mit Reihen von Citronen- und Orangenbäumen und denprächtigen, hier ihr natürliches Wachsthum erreichenden Ceylonrosenbäumen besetzt ist.In den Gärten zieht man Reben, Obst und Gemüse aller Art; doch ist stete Irri-gation erfoderlich, die durch einen Kanal aus dem Sonntagfluß bewerkstelligt wird.Einwohner, meist Holländer, zählt der Ort 2000. In den Snecuwbergen liegen diesoliden, scheunenartigen Wohnungen der holländischen Viehzüchter alter Schule, inregelmäßigen Entfernungen von 10 Meilen. Engländer sind hier selten, außer inPretorius-Kloof, einem fruchtbaren und fleißig angebauten Thale. Jenseit des Ee°birgs am Seacowfluß befindet sich das Dörfchen Colesberg, auf einem aus lose rol-lenden, rothen Steinen bestehenden Hügel. Die Ansiedler am und jenseit des Oranje-flusses (Holländer) halten in diesem Orte ihren Markt; sie entnehmen Waaren ausden wohlversehenen Depots und setzen dafür ihre Wolle, Fett und Felle ab. Auchder Griquastamm der Hottentotten, der jenseit des Oranjeflusses sitzt, treibt hier einenlebhaften Tauschhandel um Flinten, Munition, Messer und dgl. gegen Felle, schön gear-beitete Karosse (welche in England als Fußdecken vor dem Kamine benutzt werden),Straußfedern, Kuriositäten und Vieh. Es gehören die Grigua zu den mit hollän-dischem Blute vermischten Bastardhottentotten, und unterscheiden sich von den reinenHottentotten durch höhern Wuchs, lichtere Farbe und langes, schwarzes Haar (statther Wolle). Sie haben eine regelmäßige, ihren Bedürfnissen angemessene Regierung,unterstützten bei mehren Gelegenheiten die Colonie wesentlich, und bilden die Schutz-wehr derselben gegen die nordöstlichen Barbaren. In dem District von Colesbergfindet nur höchst geringer Ackerbau statt, da es an Wasser mangelt; dagegen eignetsich der Boden für Rind- und Schafzucht, an einigen Stellen auch für Pferdezucht.Die weißen Einwohner sind meist Holländer; doch trifft man auch englische Hand-werker, einige Überreste reiner Hottentotten und' einige halbzahme Buschmänner. EineTagereise von dem Dürfe Colesberg fließt der breite und reißende Oranjefluß. DasLand jenseit desselben bietet sehr einladende, wohlgewässerte und in üppigem Gras-wuchs wallende Fluren von unübersehbarer Ausdehnung.

9) Beaufort grenzt im Süden an das Cradockgebirge (einen Theil des Zwarte-bergs), im Osten an Graaff-Reynett, im Nordm an völlig wüstes Land, welchessich bis zum Oranjefluß hinzieht, und im Westen an Clanwilliam und Worcester,und hat einen Flächeninhalt von 16200 Quadratmeilen. Das Innere dieses Bezirksumfaßt eine unwirthliche Wüste, die Große Karroo. Das hohe Nieuwvcldgebirge ent-hält aber, wie das Sneeuwgebirge, sehr vortreffliche Weide, und die dortigen Vieh-züchter versehen die Capstadt mit Rind- und Schafvieh. Nur verhindert der Wasser-mangel unterwegs den Transport oft mehre Monate hindurch. Das Cradockgebirgeim Süden besteht aus wilden Massen dunkelrothen und schwarzen Gesteins in eckigenFormen, aller Vegetation bar. Der Montagupaß führt durch dieses Gebirge ausdem Georgebezirk in diese centralen Theile der Colonie. Das Dorf Beaufort liegt andem Rande der Karroo,' am Fuße der Nieuwveldberge. Es ist durch den Gamka-fluß wohl mit Wasser versehen; die Häuser und Straßen haben aber nicht das rein-liche Ansehen, das sonst in der Colonie gewöhnlich. Da der Karrooboden, ein jäher