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Vierter Band.
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532 Das Cap -er guten Hoffnung.

thalern. Sie überließ hierbei jedem Ansiedler nach Gutdünken die Wahl seines Ge-biets mit der Gerechtsame, soviel Land, als der Gesichtskreis überschauen läßt, alsEigenthum zu betrachten, und sich den Nachbar in diesem Maße fernzuhalten. Die-ses System zerstreute die Wohnstellen der Colonisten im Innern auf Tagereisen, so-daß sich dieselben, bei ihrer Entfernung vom Regierungssitze, als unabhängige Ee-bieter fühlten und betrugen, was zu manchen Gewaltthätigkeiten gegen die Einge-borenen führte und auch sonst dem Fortschritt der Colonisirung Eintrag that.

Mit den Eingeborenen deS Landes, den Hottentotten, wurden die Holländerleicht fertig; ja sie machten dieselben zu einer Art Sklaven. Als sich aber die Hol-länder ostwärts bis zum Sonntagflusse ausgebreitet hatten, stießen sie auf einen vonden Hottentotten verschiedenen Menschenschlag: auf die Kaffern, oder vielmehr aufden Gesammtstamm der Amakosa. Der Tradition dieser Wilden zufolge waren sieungefähr zu derselben Zeit, als die Holländer die Capstadt gründeten, aus ihrer ur-sprünglichen Heimat im Nordostcn in das Land am Kei eingewandert. Der Häupt-ling Toguh hatte sie auf jenem Zuge geführt, und von ihm behaupten alle gegen-wärtigen Häuptlinge der verschiedenen Stämme, mit Ausnahme der vom Congostamm,abzustammen. Die Häuptlinge Gaika, auf den wir weiter unten zurückkomme«,und Hintza, der im Kriege von 1855 fiel, hielten sich für Abkömmlinge Toguh'sim achten Grade.

Die Amakosa hatten sich allinälig westwärts ausgebreitet, waren nach einigenGenerationen über den Großen Fischfluß gegangen, und nahmen nun das heutigeAlbany bis an den Sonntagfluß ein. So trafen sie mit den von der andern Seiteher vorrückenden Holländern zusammen. Einige Zeit lebten die Holländer und Kaf-fern im besten Einverständnis. Allein das Verhältniß änderte sich, jemehr die Hollän-der, vom Bedürfniß neuer Weideplätze getrieben, vordrangen, womit zugleich die Grenzeder Colonie von der Regierung weiter hinausgeschoben wurde. Man hatte hierbeiauch nicht soviel Rücksicht wie heutzutage zu nehmen, da die Kaffern selbst damalsnoch im Zustande der Einwanderung begriffen, also in diesen Regionen noch nichtzahlreich waren. Es ist Thatsache, daß erst die Nachbarschaft der Colonie die Kaffernin größerer Anzahl an den Großen Fischfluß zog, um ihre Leidenschaft des Viehdieb-stahls zu befriedigen. Schon das Aussinncn eines solchen Raubes ist für das meistmüßige Gemüth des Wilden äußerst anziehend. Das Land in Albany und am Gro-ßen Fischfluß bietet aber, da es voll von Dickicht und Schluchten, überall die besteGelegenheit zum Fortschaffen der Beute. Dieses Rauben erbitterte die Holländeraufs heftigste, und sie sollen schon damals den Amadankastamm auf eine verräthe-rische Weise fast ganz vernichtet haben. An den Fehden, welche zwischen den ver-schiedenen Stämmen ausbrachen, besonders als der verschlagene und ehrgeizige Häupt-ling Gaika in die Besitzungen anderer Häuptlinge und namentlich seines Oheims Zlambieinfiel, nahmen die Colonisten Theil, wobei sie sich an dem erbeuteten Vieh der Be-siegten bereicherten.

Die Colonie unter britischer Herrschaft bis zum Jahre 1834.

Die Holländer blieben bis zum Jahre 1795 in ungestörtem Besitze deS Cap.Als aber Holland der Herrschaft der Französischen Republik verfiel, beschloß die bri-tische Regierung, ihren Feinden die für den Verkehr mit Indien so wichtige Coloniezu entreißen. Eine Expedition unter Admiral Elphinstone und den Generalen Clarkeund Craig landete im Juli 1795 ohne Widerstand in Simonsbai. Die holländischenTruppen nahmen zwar eine feste Stellung am Muysenberg, wurden aber bald zur Ka-pitulation genöthigt, wodurch Stadt und Colonie in die Hände der Briten fiel. ImVertrage von Amiens ward das Cap an Holland zurückgestellt; doch im Jahre 1806ging daS Cabinet von St.-James abermals daran, sich des Caplandes zu bemäch-tigen. Diese zweite Expedition, mit einem Truppencorps von ungefähr 4000 Man»,bewerkstelligte unter Sir David Baird eine Landung an den sandigen Ufern der Los-gardbai, nördlich von der Capstadt. Die britische Streitmacht stieß am Blauwberg