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Vierter Band.
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DaS Cap der guten Hoffnung. 533

auf die holländische Armee von gleicher Stärke, und es erfolgte ein blutiges Treffen,in dem die Holländer geschlagen wurden. Die Capstadt ergab sich zwei Tage daraus.Der holländische Gouverneur, General Janssens, zog sich durch das Hottentottisch-Holland-Gebirge ins Innere zurück, trat aber, obgleich ihm das Gebirge starke Posi-tionen bot, in Unterhandlung mit dem britischen General, und schloß eine Kapitula-tion, die das Cap wieder den Briten überlieferte. Im Frieden von 1815 wurdedieser Besitz bestätigt.

Der Große Fischfluß war die Ostgrcnze der Colonie, als sie der britischen Kronezufiel. Die Grenzdistricte befanden sich damals in anarchischem Zustande, da dieholländische Regierung, nur geringen Einfluß ausgeübt. Die dortigen Boers wurdenjetzt hinsichtlich ihrer Übergriffe gegen die Eingeborenen in bestimmte Grenzen gewie-sen. Mit den Kaffern schloß das neue Gouvernement einen Vertrag, wobei manden Fehler beging, daß man allein mit Gaika unterhandelte, welcher, obgleich ihr„großer" Häuptling, doch feine eigentliche Autorität über die andern Häuptlinge undStämme besaß. Viele Kaffern vom Zlambi- und Congostamme wohnten auch inner-halb der Colonialgrenze, dieffeit des Großen Fischflusses, im Zuurveld (dem jetzigenAlbany), und die dortigen Colonisten wurden durch deren Diebstählc an Rindviehund Pferden fortwährend gereizt. Die Klagen und Anfoderungen um Schutz ver-lauteten endlich 1811 so dringend, daß die Colonialregierung nachgab und den Be-fehl ertheilte, die Kaffern aus dem Zuurveld zu vertreiben. Der Befehl ward nunmit der größten Strenge ausgeführt. Den Kaffern erschien überhaupt die plötzlicheVertreibung aus einem Lande als ungerecht, das sie und ihre Väter schon viele Jahrebewohnt hatten. Die Austreibung war auch um so grausamer, als sie zu einer Zeitstattfand, wo Hirse und Gemüse der Armen noch im Felde standen, sodaß sie dieFrüchte ihrer Arbeit zurücklassen und dem Hungertode entgegengehen mußten. KeineEinwendungen wurden gehört, und Widerstand war bei der beträchtlichen Macht, dieden Befehl ausführte, unmöglich. Dennoch floß Blut. Der alte Häuptling Congo,durch unheilbare Krankheit gelähmt, ward in seiner Hütte im Schlafe von einemHausen Boers ermordet, und mehre Kaffernweiber wurden von den Soldaten er-schossen. Die Kaffern hingegen erschlugen verräterisch den Landdrost von Graaff-Reynett und dessen Begleiter in einer friedlichen Unterredung. Man trieb sämmtlicheAngehörige des Zlambi- und Congostammes, an 20000 Seelen, über den GroßenFischfluß, und nahm ihnen dazu einen großen Theil ihres Viehs. Gaika und seinVolk, der ebenfalls diesseit des Flusses wohnte, blieb neutral und ward damals nichtbehelligt. Diese Strenge stellte die Ruhe an der Grenze keineswegs her. Die Kaf-fern, von Rachgier wie von Raubsucht angetrieben, fuhren fort, die Grenze in kleinenBanden zu überschreiten, Heerden und Pferde fortzutreiben, oft die Hirten zu ermorden.Man suchte sie durch längs des Großen Fischflusses angelegte militairische Posten imZaum zu halten; aber bei der Natur des Landes konnte dieser Zweck mit den ge-ringen Streitkrästen nicht erreicht werden. Indessen suchten damals die Wilden denoffenen Krieg gegen ihre mächtigen Nachbarn zu vermeiden. Die Boers an dernordöstlichen Grenze, erbittert über die vielfachen Beschränkungen hinsichtlich ihrerfarbigen Diener und Sklaven, machten 1815 einen Versuch, die Waffen gegen dasbritische Regiment zu erheben und sprachen die Amakosa um Mitwirkung an. Letztereweigerten sich aber beharrlich.

Im Jahre 1817 begab sich der Gouverneur Lord Charles Somerset nach derGrenze, hielt eine Zusammenkunft mit Gaika und andern Häuptlingen und schloßeinen neuen Vertrag ab. Nach dieser Stipulation sollten sich die Kaffern des Be-sitzes alles Viehs, das aus der Colonialzucht stammte, begeben. Würde fernerhinVieh aus der Colonie gestohlen, dessen Spur man nach einem Kaffernkraal verfolgenkönnte, so sollte der ganze Kraal für die Auffindung, die Zurücklieferung oder denErsatz des Raubes aufkommen. Lord Somerset beging hierbei denselben Fehler, denfrüher Macartney begangen: er vertrug sich allein mit Gaika, als dem Souvcraindes Kafferlandes, was die übrigen Häuptlinge beleidigte. Letztere gestatteten zwar