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Vierter Band.
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Das Cap der guten Hoffnung. 543

gar aller Lebensrnittel; die Fingo aßen ihre Schilde von Ochsenleder, die Hottentottenschnürten den Hungergürtel so fest sie nur konnten. Endlich fing man 300 Kühevon einem Kafferweibe, was aushals, bis Proviant ankam. Als nun die britischeMacht in vollem Anzüge/ sandten die Häuptlinge ihre Weiber als Gesandtinnen undfragten an, warum man gegen sie Krieg führe, man möge ihnen doch erlauben, Kornzu pflanzen. Der Häuptling Umkei, der es mit den Engländern hielt, nahm imFort Peddie Zuflucht; er wurde mit seinem Weibe und zerlumpten Gefolge nachGrahamstown gesandt und dort auf öffentliche Kosten erhalten. Der HäuptlingKama, der einzige Christ unter den Kaffern, der um seines Glaubens willen denköniglichen Stamm der Tambuki bitter beleidigt, indem er eine ihm angebotene Brautdieses Stammes ausschlug, da er schon eine andere Frau hatte, und der sich des-wegen auch von den übrigen Kaffern getrennt und nach dem Winterberge zurückge-zogen hatte, nahm thätigen Antheil an der Vertheidigung der Colonic gegen seineLandsleute.

Gegen Ende Juli war Somerset, vom Gros der Armee getrennt, bis an denKei vorgerückt, ging über denselben und erbeutete an 7000 Rinder. Die Bürgetvon Zwellendam hielten sich sehr brav und nahmen an 2000 Rinder. Die Kafferstflohen in allen Richtungen. Somerset aber stellte seine Mannschaft in Parade, feuertedrei Kanonenschüsse ab, und erklärte, daß er das Land vom Großen Fischfluß biszum Kei für seine Regierung in Besitz genommen. Drei Gefangene mußten diesden Häuptlingen anzeigen. Da indessen sein Corps vor Erschöpfung dienstunfähigwar, so zog er sich zurück, fortwährend von den Kaffern umzingelt, die besondersdes Nachts in das Lager feuerten. Die Pferde befanden sich meist in einem Zu-stande, daß sie kaum fortgebracht werden konnten und die Reiter zu Fuß marschirenmußten. Der Proviant ging gänzlich aus. So wurde endlich Fort Beausort er-reicht, wo jetzt das Hauptquartier war.

Während die britische Hauptmacht an der Grenze lag und agirte, drangen fort-während Schwärme von Kaffern in die Colonie ein, richteten große Verheerungenan und schnitten sogar der Armee die Zufuhr ab. Jenseit der Grenzen waren zwardie Kaffern aus den in britischen Besitz genommenen Landstrichen vertrieben; abersie hatten ihr Vieh mitgenommen und die ganze Weide, namentlich vom Buffalo biszum Kei abgebrannt, wobei sie durch mehrmonatliche Dürre unterstützt wurden. Am26. Juli brach Oberst Hare, Vicegouverneur der Colonie, vom Fort Beausort mit4000 Mann nach dem Amatolagebirge auf und vereinigte sich unterwegs mit Stocken-strom, der mit einem Theile der Bürgcrwehr erschien. Am 5. Aug. stießen sie aufdie Kaffern," und es entspann sich ein zweitägiges Gefecht. Als man am drittenMorgen das Gefecht erneuern wollte, war der Feind, wie gewöhnlich, entschlüpft. Stocken-strom ging hierauf mit den regulairen Truppen nach dem Kei vor. Nach einemschwierigen Marsche von acht Tagen über abgebrannte Weidegründe erreichte er denKraal des Häuptlings Kreli (Sohn des Hintza) und nahm 7000 Rinder. Vier Tagespäter, am 20. Aug., kamen Boten von Kreli mit weißen Flaggen in Stockenstrom'KLager an und machten Friedensanträge, die angenommen wurden. Kreli machte sichanheischig, dem Feinde fernern Beistand zu verweigern, wie auch kein Colonialvichmehr in Verwahrsam zu nehmen. Es wurden 3000 Fingo östlich vom Kei festge-setzt, um die Beobachtung dieses Tractats zu sichern. Stvckenstrom verließ hieraufKreli's Land und griff den Tambukihäuptling Magassa an, der sehr viel Colonial-vieh besaß. Die Tambuki wurden geschlagen, ihre Hütten verbrannt, 7000 Rin-der und eine große Anzahl Ziegen und Pferde genommen. Einige Tage darauf nahmCapitain Hogg noch 4000 Rinder von den Tambuki. Auf dem Rückmärsche, dennun Stockenstrom antrat, mußte er eine große Anzahl seiner erschöpften Pferde er-schießen lassen. Unter großen Mühseligkeiten langte man zu Anfang Septembers wie-der im Hauptquartier an.

Um dieselbe Zeit ging auch Somerset mit einem Corps über den Keiskamma vor,mußte aber bald wieder umkehren in Folge heftiger Regengüsse, und weil die Trup-