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Vierter Band.
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542 Das Cap der guten Hoffnung.

Bathurst vorzurücken. Am 22. Mai gingen ihm sogar 41 Wagen in demselbenPasse an die Kaffern verloren. Der Gouverneur Maitland nahm am 9. Mai seinHauptquartier in Grahamstown. Der alte Herr hatte sich großen Mangel an Um-sicht zu Schulden kommen lassen, indem er nicht längst hinlängliche Truppenmachtan der Grenze versammelte, da doch Jedermann überzeugt gewesen, daß'die Kaffernmit einem neuen Einbrüche umgingen. Er schickte zuvörderst Mannschaft ab zumSchutze des schwerbedrängten Districts von Bathurst. In allen Theilen der Colonie !wurden zugleich die Bürger aufgeboten, und Capitain Stockenstrom, die Irrthümer !seiner frühern Politik einsehend, entwickelte als Generalbefehlshaber der Bürgerwehr jden größten Eifer. Am 28. Mai feierte man einen allgemeinen Bettag in der Co-lonie, um vom Himmel Hülfe zu erflehen. Die Kirchen waren gedrängt voll, unddas häufige Erscheinen von Trauerkleidern sprach deutlich von dem Zustande der Dinge.

An demselben Tage zogen aber die Zlambi- und Congostämme, an 9000 Mann,gegen Fort Peddie heran. Diese Stämme waren bisher friedlich gewesen, aber, an-gereizt durch die große Beute, welche die Gaika gemacht, hatten sie nun auch die iOffensive ergriffen. Eine 1000 Mann starke Abtheilung ward dem Feinde aus dem iFort entgegengeschickt; doch kam es nur zu einem blutigen Plänklcrgefecht, und zur INacht verließen beide Theile das Feld. Am folgenden Morgen aber erschien die

ganze Masse der Kaffern in Schlachtordnung aus den umliegenden steilen Anhöhen. ,Der Haupthaufen hielt gegen Westen. Da die Kaffern die Garnison nicht hervorzu-locken vermochten- so gingen sie plänkelnd vorwärts, und die Abtheilung Pato's unddie Gaika zogen sich zusammen, als beabsichtigten sie einen gemeinschaftlichen Angriff.

Die Kanone des Forts richtete indessen die blutigsten Niederlagen in den dichtenReihen der Kaffern an: sie dehnten sich daher aus und nahmen nun eine lange Linie ,

von sechs englischen Meilen ein. Das ganze Thal wimmelte bald von den vor-rückenden Feinden. Raketen und Bomben wurden über sie ausgeschüttet, währenddie Kaffern, die zu hoch anzulegen pflegen, ein schreckliches Gewehrseuer über die ^Köpfe der Engländer weggehen ließen. Ohne jedoch dem Fort zunahezukommen,

plünderten sie die in der Nähe befindlichen Waarenniederlagen aus, wo sie besonderseinen guten Vorrath wollener Decken fanden. Ebenso gelang es ihnen, den größtenTheil des Viehs der Fingo fortzutreiben. Sie zogen sich hierauf zurück, von denDragonern, besonders aber von den Fingo verfolgt. Oberst Somerset rückte jetztmit einem langen Zuge von Wagen heran, brach aber sofort wieder auf. Auf sei-nem Marsche überraschte er unfern des Forts einen großen Haufen Kaffern in einerSchlucht, die großentheils niedergeschossen wurden. Einige Stunden darauf ward an Ieiner offenen Stelle an der Gwanga ein noch bedeutenderer Haufe angetroffen: Daswar eiy Glück, das nicht oft kam. Im Jubel stürzten sich die Dragoner, Bürger, lHottentotten-Iäger und Fingo mit dem Säbel auf den Feind und richteten ein fürchter-liches Blutbad an. An 200 blieben auf dem Platze, Viele waren schwer verwundet. i

Die Hottentotten zeichneten sich hier, wie stets, durch ihre Gewandtheit, Unermüdlich- j

keit und Entschlossenheit aus. Aber, wenn die Kaffern an einer Seite niedergewor- l

fen waren, standen sie an der andern wieder auf. Die Colonie blieb von ihnen 1

durchstreift. Hitzige Gefechte an Stellen, wo der angreifende britische Soldat aufHänden und Füßen kriechen mußte, fielen fast täglich vor.

Sir Percgrine Maitland verließ am 23. Juni 1846 Grahamstown und lagertesich mit einem beträchtlichen Corps an der Mündung des Großen Fischflusses. Aber hierherrschte großer Mangel an Lebensmitteln, selbst das Fleisch fand man kärglich undschlecht. Das Flußwasser war (an der Mündung) salzig. Man bot einen Schillingfür ein Glas frisches Wasser, einen Sixpence für einen Zwieback, und meist vergeblich.

Der Verlust der Bagagewagen hatte Viele ihrer nothwendigen Kleidungsstücke be-raubt. Das Zugvieh konnte aus Mangel an Weide und in Folge übermäßiger An- tstrengungen kaum fortkommen. Die Vorhut mußte beinahe eine Woche ohne Zelteim Freien zubringen, während es oft so stark regnete, und der Grund so durch- ^

weicht war, daß man sich nicht niederlegen konnte. Vier Tage lang entbehrte man so- >