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Vierter Band.
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Das Cup der guten Hoffnung. 545

1kg erkämpft werden: die Kaffern boten den entschlossensten Widerstand. Diese plötz-liche Hartnäckigkeit nach so lange geheuchelter Unterwürfigkeit war bedeutsam. Eszeigte sich, daß der Statthalter völlig überlistet worden; die Kaffern hatten mit ihrenFriedensanträgen nur Zeit für die Bestellung ihrer Hirsefelder gewinnen wollen. Am6. Jan. 1847 nahm indessen Somerset den Zlambi noch 2000 Rinder ab, und am17. Jan. fing er sogar 8000 Stück Rindvieh auf Kreli's Gebiete ein. Allein, wasnützte alles Vordringen? Die Kaffern standen im Rücken wie immer, und schnittendie Zufuhr ab. Der Oberst ging daher wieder zurück, von den Kaffern umschwärmt,die den Übergang jedes Flusses mit Hartnäckigkeit bekämpften. In Albany undSomerset stieg Viehraub und Mord wieder zu schrecklicher Höhe.

Fortsetzung des Kaffernkricgs seit 1847 durch den Gouverneur Pottinger.

Es traf jetzt die Nachricht ein, daß an die Stelle des schwachen Maitland derGeneralmajor Sir Henry Pottinger zum Gouverneur, der Generallieutenant SirGeorge Berkeley aber zum Befehlshaber der Armee an der Grenze ernannt worden.Man freute sich allgemein, daß das britische Ministerium die Nothwendigkeit einerTrennung der Civilgewalt von der Militairgewalt eingesehen habe, indem die Schwierig-keit der Lage eine Meisterhand für jedes dieser Ämter erheischte. Doch äußerten dieTruppen wie die Kolonisten Unwillen, daß Oberst Somerset nicht den Oberbefehl er-hielt, der sich während des Kriegs große Verdienste erworben und viel Geschick be-wiesen hatte. Nach Abgang Maitland's kehrte die Armee vorn Kci auf den Buf-falo zurück und nahm ihr Hauptquartier in Kingwilliamstown. Pottinger traf am10. Febr. 1847 in der Capstadt, am 22. Febr. in Grahamstown ein und erklärte.Laß er entschlossen sei, den Schwierigkeiten mit Entschiedenheit zu begegnen. Derneue Oberbefehlshaber Berkeley, der am 24. Febr. in Grahamstown anlangte, gingsogleich zur Armee ab. Der durch diesen Wechsel verursachte Aufenthalt wurde in-dessen von den Kaffern emsig benutzt zur Einbringung der Ernte. Zu gleicher Zeitmachte ein mächtiges Anschwellen der Flüsse die Überschreitung derselben fast unmöglich.

Es war befremdend, daß die Engländer bisher nicht versucht hatten, sich Zu-gang zu Kaffraria durch die Küste zu verschaffen, und sich besonders des Schlüsselsdes Landes, der Buffalomündung, zu bedienen, da doch der Landtransport mit denmannichfachsten Schwierigkeiten verbunden blieb und allein die Kosten der Wagen-miethe während des Kriegsjahrs 170000 Pfund Sterling betrugen. Jetzt endlich wur-den Anstalten getroffen, durch die Buffalomündung Kriegsvorräthe einzuführen. Ber-keley verlegte sein Hauptquartier an die Mündung und ließ auch ein Fort begründen.Schon am 30. März kam das Schiff Frederik Huth (ein guter deutscher Name, ur-sprünglich dem bekannten deutschen Banquier in London gehörend) an, und löschte dieerste von der See hier angekommene Ladung. Am 11. März erschien eine Ordi-nanz Pottinger's, in welcher er einen Kommissar zur Auseinandersetzung der Kriegs-entschädigungsansprüche ernannte, zugleich auch die Kolonisten zu größerer Vorsichtermähnte. Eine andere Ordinanz vom 23. März erklärte jeden Handelsverkehrzwischen britischen Unterthanen und den Kaffernstämmen für hochverrä'therisch. Dieswar höchst nöthig; denn der englische Krämergeist versorgte noch fortwährend dieKaffern nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Schicßpulver, wobei man großenVortheil zog. Die Ordinanz beraubte die Kaffern auch mehrer anderer ihnen un-entbehrlicher Dinge. Männer, Weiber und Kinder rauchen leidenschaftlich Tabackund können dessen besonders im Winter nicht entbehren; Dasselbe gilt auch vomSchnupftaback, den -sie in großen Kugeln kauen und verschlucken.' Ebenso brauchensie nothwendig englisches Wollenzeuch zur Kleidung und birminghamer Messingknöpfeund Armbänder zum Schmuck der Schönen.

Am 10. Mai 1847 löste Pottinger die unzufriedenen irregulairen Truppen auf.Die Armee selbst war bei dem herannahenden Capwinter nicht im Stande, die Offen-sive zu ergreifen; man begnügte sich mit Streiswachen im Dickicht, wobei es zu stetemDie Gegenwart. IV. 35