Band 
Vierter Band.
Seite
550
JPEG-Download
 

550 Das Cap der guten Hoffnung.

mal zu sich kommen, und prägte ihnen in freundschaftlicher Zwiesprache wiederholtein, was er ihnen durch die Feierlichkeit am Morgen hatte kundthun wollen. EinÄann von Kreli's Stamm (jenseit des Kei), welcher zugegen war, wurde als Botean denselben gesandt, doch auf Bitten der Häuptlinge nur mit dem Friedensstabe.Am 24. Dec. 1847 erfolgte die förmliche Friedensproclamation. An demselben Tagewurde Oberstlieutenant Mackinnon, Commandant vom Britischen Kaffraria, Befehlertheilt, die Militairstationen des Landes einzurichten. Kingwilliamskown am Bus.falo ward zum Hauptquartier erklärt. Die Forts Waterloo, White, Cox, Glamvr-gan, Grey, Wellington wurden als Stationsorte bezeichnet; den größer« Theil davonmußte man erst anlegen. Dem Militair wurde eingeschärft, sich gegen die Einge-borenen versöhnlich zu benehmen und die Häuptlinge in ihrer Autorität über dasVolk anzuerkennen.

Am 7. Jan. 1848 hielt der Gouverneur eine abermalige feierliche Versammlungab, wobei sämmtliche Häuptlinge des Britischen Kaffraria mit ihren Räthen undvielem Volk zugegen waren. Es war der Jahrestag einer vor 11 Jahren zu ähn-lichem Zweck von Sir Harry Smith (damals noch Oberst) abgehaltenen Zusammen-kunft. Jeder Häuptling mußte bei dieser für beide Theile sehr charakteristischen Feier-lichkeit unter Anderm dem Gouverneur Folgendes schwören: „Ich werde euch fürdie Lande, welche ihr mir verleihen wollt, Treue bewahren, und die Obliegenheitenund Dienste, welche ich übernommen habe, gehörig leisten, nämlich: 1) Gehorsamgegen die Gesetze und Befehle des Jukosi Jukulu, des Stellvertreters unserer großenKönigin, und der zu unserm Schutze eingesetzten Kommissare; 2) Veranlassung mei-nes Volks zu demselben Gehorsam; 3) Entsagung alles Glaubens an Zauberei undVerbot jeder Ausübung derselben; 4) Verbot der Nothzucht; 5) Verabscheuung desMordes und Todesbestrafung jedes Mörders; 6) mein Volk zur Ehrlichkeit und zumFrieden anzuleiten, sodaß Niemand in der Colonie noch sonstwo raube; 7) Anerken-nung, daß mir mein Land von Ihrer Majestät verliehen ist, und daß ich es nichtin meinem eigenen Recht besitze, welches ich durch meine gegen die friedfertigen Ein-wohner der Colonie verübten Gewalt-, Raub- und Mordthaten eingebüßt habe; 8) dieAnerkennung keines andern Oberhaupts außer Ihrer Majestät der Königin von Eng-land und unsers Jukosi Jukulu oder des in seinem Namen über uns gesetzten Kom-missars; 9) Abschaffung der Sünde des Weiberkaufens; 10) Aufmerksamkeit gegendie Lehre der Missionare und Veranlassung meines Volks zu derselben Aufmerksam-keit; ebenso Willfährigkeit unsere Kinder in die Schule zu senden, um den Fleiß unddie Kenntnisse zu lernen, welche die Engländer reich, gut, glücklich und bekleidetmach,en; 11) Lieferung eines fetten Ochsen nach Kingwilliamskown an jedem Jahres-tage dieses Festes in Anerkennung, daß mir mein Land von Ihrer Majestät ver-liehen worden ist."

Nachdem alle Häuptlinge diese Eidesleistung vollzogen und Sandilla für sichund seine Genossen in demüthigen Worten die britische Herrschaft nochmals erkannt,fuhr der Gouverneur fort: „Hört, ihr habt recht gehandelt, ihr seid wieder meineKinder, und ihr sollt wieder werden, was ihr vor Jahren wäret, als ich euch ver-ließ. Eure Namen alle sollen wieder in ein Buch eingetragen, euer Land soll ver-messen und mit Grenzmarken versehen, auch in Grafschaften, Städte und Dörfermit englischen Namen eingetheilt werden. Ihr sollt Alle in Schulen, welche ich füreuch errichten will, englisch sprechen lernen. Ich werde gute Leute in England bitten,mir behülslich zu sein, um euch in Stand zu setzen, nicht länger nackte und böseWilde zu bleiben, was ihr immer bleibet, wenn ihr nicht arbeitsam und fleißig wer-det. Ihr sollt pflügen lernen, und der Kommissar wird von euch kaufen. Kauf-leute werden zu euch kommen, und ihr müßt euer Volk lehren, Holz, Häute und dgl.an sie zu verkaufen, sodaß ihr die Kunst des Eeldgebrauchs lernt und selbst kaust.Ihr müßt lernen, daß es Geld ist, welches die Leute vermittels Arbeit reich macht, undmüßt mir helfen, Straßen zu bauen. Ich werde euch bezahlen. Ihr sagt, daß vieleJünglinge unter euch Äs Diener in die Colonie zu gehen wünschen; das soll ihnen