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Das Cap der guten Hoffnung.
zins von 300 Pfund Sterling als völliges Eigenthum überlassen blieb; rücksichtlichder in Pacht verbleibenden Territorien mußte aber Kok versprechen, daß er beimHeimsall nach Ablauf der 40jährigen Frist die Boers wegen angebrachter Meliora-tionen entschädigen wolle. Einige Tage später schloß hierauf der Gouverneur Smithauch mit dem freien Kafsernhäuptling Moschasch einen Vertrag, in welchem sich der-selbe der britischen Autorität unterwarf und auf alle Grundzinsen von den in seinemGebiete gelegenen Ländereien der Boers verzichtete. Dieser Häuptling ist übrigensein Mann von seltener Energie und Intelligenz und dem europäischen Wesen sehrzugeneigt. Wiewol er selbst das Christenthum nicht annimmt, begünstigt er dochdie Wirksamkeit einer in seinem Gebiete gelegenen französischen Missionsanstalt, undbei Feierlichkeiten erscheint er in der Uniform eines französischen Generals.
Nach Abschließung des Vertrags proclamirte Sir Harry die britische Souve-rainetät über alles Land zwischen dem Oranjefluß, dem Vaalfluß und dem Draken-berge, nicht um Eroberungen zu machen, wie es hieß, sondern um den in diesenGegenden angesiedelten Unterthanen Ihrer britischen Majestät den nöthigen Schutzangcdeihen zu lassen. Die Boers wurden zugleich den britischen Gesetzen, wie siein der Capcolonie in Anwendung, unterstellt, zu Abgaben, namentlich zu Grundzin-sen und Handelslicenzgebühren verpflichtet, die theils zur Entschädigung der Häupt-
> linge, theils zur-Herrichtung und Unterhaltung des öffentlichen Wesens im Gebietevon Bloemsontein dienen sollten. Auch zu den Waffen sollten, die Boers im Noth-fall greifen müssen, was sie in Erinnerung an die Kaffernkriege besonders besorgtmachte. Im Laufe des März schritt sodann der Gouverneur mit Einsetzung einerförmlichen Regierung vor, an deren Spitze der zu Bloemsontein befindliche Residentals Präsident gestellt wurde, und Civilcommissare und Friedensrichter traten in denverschiedenen Bezirken in Thätigkeit. Die Boers ihrerseits sahen sich nur mit Un-willen unter die mit höchster Anstrengung abgeschüttelte Autorität der Engländer zu-rückversetzt; sie agitirten und hielten Volksversammlungen ab, in denen über die Artdes Widerstandes berathen ward. Da erließ Sir Harry am 29. März 1848 einlanges, oratorisches Manifest, in welchem er zuerst den Unzufriedenen das Glück,unter britischem Gouvernement zu stehen, paradiesisch ausmalte, dann aber auch dieUngehorsamen mit schrecklicher Strafe bedrohte. Zugleich ward erklärt, der verlangteMilitairdienst solle sich nur auf die etwaige Vertheidigung der neuen Niederlassungselbst beschränken. Außerdem gogen die richterlichen Beamten eine Parlamentsactevom 13. Aug. 1836 aus Licht, wonach alle Gesetze und Verordnungen der Cap-colonie auch auf alle außerhalb derselben befindlichen britischen Unterthanen bis zum25." südlicher Breite Anwendung finden sollten. War es nun Furcht oder augen-blickliche Überzeugung durch die Beredtsamkeit des Gouverneurs: die Boers schwiegenund hielten Frieden, der freilich nicht von Dauer war. Die weitere Entwickelungder Verhältnisse im Bloemsontein-Gebiete, sowie die höchst interessanten Umstände,unter welchen die Niederlassung gegründet wurde, gehören indessen nicht hierher.
> Diese Einzclnheiten fallen mit der Geschichte der Niederlassung von Port Natal zu-sammen, mit welcher Bloemsontein auch geographisch ein Ganzes bildet.
Die innere Lage und Stimmung in der Capcolonie.
j Wiewol es Sir Harry Smith gelang, in dieser Weise die äußern Verhältnisse
zu ordnen, war er doch nicht im Stande, die wichtigen Wünsche und Federungenzu erledigen, welche nach Beendigung des Kaffernkriegs in der Capcolonie selbst immerlauter hervortraten. Unter die vielen Lebensfragen, deren Lösung die Colonisten ver-langten, gehörten: die Unterdrückung der Landstreicherei und Bestimmungen über dieAusnahme der Kaffern; die Entschädigung der Grenzbewohner für die Verluste inFolge des Kriegs; die Theilung der Colonie in eine östliche und westliche und Ver-legung des Regierungssitzes ins Centrum des Landes; Eröffnung großer, wahrhaftauf den allgemeinen Vortheil berechneter Verkehrslinien. Man war überzeugt, daßsich diese und viele andere Dinge leicht würden ordnen lassen, wollte nur das Mut-