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Vierter Band.
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552 Das Cap der guten Hoffnung.

können, ob nicht vielmehr aus ihrem jetzigen Zustande eine ähnliche SelbstauslösungWie bei den Hottentotten hervorgehen wird: diese Fragen vermögen wir noch nicht zubeantworten. Das Land Kaffraria wurde nach der Besitzergreifung in sieben Graf-schaften getheilt. Man erbaute die projectirten Forts, steckte Heerstraßen ab, setzteCivilbeamte und Residenten ein, und organisirte die schon vom Gouverneur Pottingerbegründete Kaffernpolizei von 400 Mann, mit der entsprechenden Anzahl von Offi-zieren. Dieses aus geborenen Kaffern bestehende Corps ist zwar den Eingeborenenäußerst verhaßt, leistet aber der Civilgewalt um so treuere und nützlichere Dienste.Die Kosten aller dieser Einrichtungen gehen ins Unglaubliche, und dazu belauft sichdie regulaire Militärmacht, welche die britische Regierung in den Forts halten muß,auf 2000 Mann. Nach dem Frieden kehrten auch die Missionare ins Land zurück,und erneuten ihre, wie es scheint, in religiöser Hinsicht nicht sehr ersprießliche Thätig-keit. Der Gouverneur ließ an die Missionsstationen sowie an die Häuptlinge Acker-werkzeuge ertheilen, damit die neuen Unterthanen allmälig zum Landbau erzogen wür-den. Doch der Kaffer liebt die Züchtung seines Viehs über Alles und entschließt sichnur mit Mühe, etwas Anderes als seine Hirse zu pflanzen. Man hatte auf dieEinführung des Pflugs vornämlich Gewicht gelegt, indem man hoffte, die Anwen-dung dieses Werkzeugs würde zur allmäligen Abschaffung der Vielweiberei führen;die Pflüge blieben indessen bei den Häuptlingen unbenutzt liegen. Als ein frucht- >bares Civilisationsmittel erachtete man auch die Herstellung eines Handelsverkehrszwischen den Eingeborenen und Weißen. Handeltreibende wurden eingeladen, sich anden Sitzen her Kommissare und Missionare niederzulassen; man ermunterte den Gummi-handel, empfahl die Einführung nützlicher Gegenstände statt der Spielereien, unddrang besonders darauf, daß die Kaffern sich an den Gebrauch des Geldes gewöhn-ten. Auf Einbringung von Feuergewehr, Schießpulver, Spiritussen ward die Strafeder Austreibung und Vermögensconfiscation gesetzt. Es hat sich seitdem in der Thatein ziemlich beträchtlicher Verkehr mit den Kaffern etablirt, dessen Hauptgegenständesind: wollene Decken, Baumwollenzeuche, Eisenwerk, Glasknöpfe, Taback, Zucker,rother Thon (zum Einschmieren). Jeder weiße Handelsmann zahlt jährlich für dieLicenz 50 Pfund Sterling, aus welcher beträchtlichen Einnahme Landesstraßen gebautwerden sollen. Unter den Kaffern selbst darf sich kein Weißer niederlassen. Außerdiesen Maßregeln begünstigte der Gouverneur die Einwanderung junger Kaffern indie Colonie zu allerhand Diensten, brachte die der Regierung freiwillig überliefertenKaffernjünglinge von 15—18 Jahren zu Handwerkern und Landwirthen entferntererDistricte in die Lehre, und richtete für dieselben sogar eine officielle Lehrlingschaft ein,gleich der bei den emancipirten Sklaven. Allein die Altern weigern sich jetzt schon,ihre Kinder in die Colonie zu schicken, weil sie hierdurch im Grunde dieselben verlieren.

Unterwerfung der cmigrirten Boers im Blocmfontein-Gebiet.

Nachdem der Gouverneur die Verhältnisse in Kaffraria geordnet, reiste er fastohne Begleitung nach Bloemfontein, um die zwischen dem Oranjefluß und dem Dra°kenberge neuangesiedeltcn Boers ebenfalls in aller Form dem britischen Scepter zuunterstellen. Die Emigranten dieser Gegend hatten, gleich ihren bis nach Port Nakalhinaufgedrungenen Genossen, geglaubt, sie seien mit der Auswanderung aus der Co-lonie der britischen Herrschaft entgangen. Aber die britische Regierung hatte diesnie zugegeben, und war so verfahren, als ob sich ihre Ansprüche auf das Land jen-seit der Colonie wie auf diese ihre vormaligen Unterthanen von selbst verständen.Schon seit 1845 befand sich ein britischer Resident zu Bloemfontein zum „Schutze"der dortigen Boers gegen die Wilden, die sich dem Eindringen der Weißen wider-setzten. Zu Anfang des Jahres 1846 hatte sogar der Gouverneur Maitland mitAdam Kok, dem Häuptling der Griquahottentotten, einen Vertrag abgeschlossen, nachwelchem Letzterer den Boers die in Besitz genommenen Ländereien auf 40 Jahre inPacht gab. Sir Harry Smith änderte am 24. Jan. 1848 den Vertrag mit Kokdahin, daß der eine Theil dieser Ländereien den Boers gegen einen jährlichen Grund-