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glücklich,zu machen; deshalb sieht es zu ihm empor wie zu seinem Batet und gehorcheunbedingt seinen Befehlen." Man weiß, daß Gützlaff auf Unkosten Friedrich Wil-helm's 1U. in dem Missionshause zu Berlin erzogen und durch reichliche Gaben desKönigs in den Stand gesetzt wurde, die Reise nach Holland zu unternehmen. Hiertrat er in den Dienst der niederländischen Missionsgesellschaft, welche ihn als Send-boten nach Batavia schickte. Die beiweitem wichtigste und umfassendste Arbeit de§Missionars im Chinesischen, und worauf Gühlaff selbst das meiste Gewicht legt, istindessen seine vollständige Übersetzung aller Bücher des Alten und Neuen Testamentsin die Sprache des Mittelreichs.
Gützlaff hat, wie ehemals P. Pre'mare und andere Missionare gethan haben,aus den chinesischen Klassikern aller Wissenschaften und Richtungen sich die schönstenStellen, die malerischsten Charaktergruppen ausgezogen, und nach einem gewissenSystem geordnet. Der Parallelismus, welcher in der Heiligen Schrift so häufigvorkommt und hier nicht selten die gemessene poetische Form anderer Sprachen ver-tritt, gilt bei den Chinesen als die Grundlage einer klaren, schönen und erhabenenSchreibart. Die Chinesen sind bei der Anordnung der Sätze darauf bedacht, siepaarweise miteinander in Einklang zu bringen, sodaß sie eine gleiche Anzahl Wörterenthalten — ein Verfahren, welches nicht nur zum Schmucke der Rede beiträgt,sondern auch da, wo man den großen Nutzen der Interpunktion nicht kennt, wesent-lich zum Verständniß des Sinnes bchülflich ist. Sie sind nicht wenig stolz auf dieleichte und ungezwungene Weise, mit der sie sich in diese Grundsätze ihres Stils zufügen wissen und denken, daß dies ganz außer dem Bereich eines Ausländers liege.„Um an einem unzweifelhaften Falle die Überlegenheit seiner Muttersprache nachzu-weisen, wandte sich mein Lehrer", so erzählt in seinem lehrreichen Werke „Chinaund die Chinesen " Tradescant Lay, „zu einem Hausen von Übersetzungen aus demEnglischen ins Chinesische. Ich fragte ihn zweifelnd, ob er darin Proben von diesenhöher» Feinheiten des Stils anzutreffen erwartete, indem ich hinzusetzte, daß sie vonGützlaff's Feder herrührten. Oh, sagte er, wenn sie von Gützlaff sind, so werde ichleicht dergleichen auffinden. Er las dann einige Zeilen auf der ersten besten Seiteund fand wirklich alsbald was er suchte. Der Parallelismus, sagte er mir, sei ganzwie er sein müßte." Gützlaff hat sich viele Zahre hindurch damit beschäftigt, alledie vorzüglichsten Phrasen der chinesischen Sprache zusammenzulesen und die Harmo-nien des Stils zu erforschen; der hohe Grad von Vollkommenheit, zu dem er es inder Kunst der Composition gebracht hat, ist nur der verdiente Lohn seines Fleißes.All dieser Reichthum der chinesischen Redekunst wurde bei der Übersetzung der HeiligenSchrift und bei der wiederholten Revision in neuen Auflagen sorgfältig benutzt, unddadurch ein Werk geschaffen, welches man der Form nach für ein vortrefflich ge-schriebenes chinesisches Original nehmen konnte.
Die Jesuiten verfuhren in China, in Indien und in vielen andern Ländern wiedie Apostel und die Kirche selbst im Laufe der Jahrhunderte. Man wußte, daß desMenschen Geist, seine durch Geschichte, Erziehung und Unterricht eingeprägte Rich-tung durch äußere Ceremonien nicht umgeformt werden könnte. Man suchte deshalbsich zu assimiliren; man suchte dem Profanen einen andern Sinn unterzuschiebenund das Christliche mit den vorhandenen Ansichten und Gebräuchen auszuglei-chen. Die Jesuiten beriefen sich, wenn sie den Einwürfen ihrer Gegner nichts mehrentgegenstellen konnten, auf dieses Verfahren der Kirche; häufig führten sie dk?Spruch Pauli im Munde: „Ich komme, um Euch den unbekannten Gott zu deu-ten." Der Jesuit nimmt die Person eines Geistlichen oder Weisen des Landes an,in welchem er predigt; er buhlt um die Gunst der Fürsten und Machthaber, sucht sichihnen durch allerlei Mittel gefällig zu machen, um Einfluß in Staats- und Negie-rungsgeschäften zu erlangen. Auch Reichthum gewährt Ansehen; deshalb suchte derOrden durch weltliche und geistliche Verrichtungen, durch Handel und Vermächtnissesoviel Geld und Eüterbesitz als möglich zu erwerben. Mit welch anderm Nach-drucke predigt den hohem Classen wie dem gemeinen Volke ein reicher, ein gebieten-