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Fünfter Band.
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Frankreich und Paris nach der Februarrevolution.

alle großen Hauptstädte Europas. Die Kuriere, die unter dem Drucke und Drängedieser allgemeinen Umwälzung aus allen Cabineten nach PariS abgingen, meldetendie Annahme des Lamartine'schen Manifests als Basis einer vorläufigen Politik undGeschäftsverbindung. Die Gesandten und Geschäftsträger der auswärtigen Mächtewurden von ihren Regierungen angewiesen, nach wie vor in Paris zu bleiben undmit dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten der Französischen Republik offi-ciosen Verkehr zu halten.

Die Leichenfeier am 4. März; schnelle Herstellung deS gewöhnlichen Verkehrs und derSicherheit; Erweiterung der stehenden, Errichtung der mobilen Nationalgarde;die revolutionaire Besatzung im Luilerienpalaste.

Am 4. März, einem Sonnabend, fand die Leichenfeier zu Ehren der in denFebruartagen Gebliebenen mit vielem Pomp und großem Trauergottesdienst statt.Weil der Mensch so gern daS Erschütternde, Tragische sieht und hört, hatte sich einezahlreiche Menschenmasse eingefunden; besonders drängte sich Alles auf den Concorde-platz, in die Nue Royale und auf die Boulevards. Alle Fenster und Balcons hingenvoll; sogar auf den Dächern und an den Schornsteinen-standen Zuschauer, und anden Thoren und Pforten der Magdalenenkirche, die zur Feier des Leichenfestes be-stimmt worden war, ließen sie sich beinahe zerstoßen und zerdrücken, ehe sie wichen.Man wollte auch die neuen Negierungsmänner sehen, von denen man so Außer-ordentliches hoffte und erzählte; man wollte auch die Weiber und Kinder Derer sehen,die durch ihren Tod plötzlich die edelsten und ersten Bürger des Vaterlandes gewor-den waren. Doch die größte Menge hatte sich rund umher auf die Trottoirs postirt,wo die Nationalgarde eine Hecke gebildet. Über der großen Kirchenthür, unter demPeristyl, las man in weißen Buchstaben auf schwarzem Grunde: ^ux eilo^enZ mortspour la liberte! Das schwarze Tuch, womit die Außenwände der Kirche ausgeschla-gen waren, lief unter dem Säulengange auf allen vier Seiten herum, und bildeteeine ungeheuere schwarze Fläche, von der sich in gewissen Abständen Jmmortellen-kränze abhoben. 16 von der Decke herunterhängende silberne Armleuchter mit röth-lich brennenden Kerzen und zwei Reihen antiker Kandelaber mit blauem und grünemWeihrauchfeuer erleuchteten das ebenfalls ganz schwarz ausgeschlagene Innere, wozwischen der Altarnische und dem Schiff, auf einer Unterlage von acht Stufen, sichder Katafalk in Form eines antiken Leichentempels von rosafarbenem Granit erhob,16 Särge fassend und auf allen Seiten beschrieben mit den Worten: Norts pourla patrie! Unter dem Peristyl saß das ganze Orchester der Großen Oper, und aufder Vortreppe standen die Sängerchöre der drei Staatstheater, welche das Erscheinender provisorischen Regierung mit dem Spiel und Gesang der Marseillaise begrüßten,worin das Volk bei den ersten Noten des Refrains mit einstimmte. Cherubini'sTodtenmarsch, ein Chor von Rameau, der Schwur aus „Wilhelm Tell", und dasGebet aus dem „Moses" wurden nacheinander aufgeführt; aber der größte Theil derZuhörer vernahm nur von der Seite, wohin der Wind blies, rauschende Töne derBlasinstrumente und Wirbel der Pauken. Nach beendigtem Trauergottesdienst hobendlich gegen 1 Uhr Nachmittags der Zug an zwischen zwei Spalieren Nationalgarde,welche die Boulevards entlang von der Madeleine bis zur Bastille hinreichten. Aufdieser ganzen Strecke war zu beiden Seiten des Fahrwegs, längs der Fußpfade, anden Gascandelabern und an den wenigen zu Barrikaden nicht umgehauenen Bäu-men eine doppelte Schnur von dreifarbigen Bändern ausgespannt, und an mehrenStellen aus schildartigen Tafeln die humane Erinnerung angeschrieben: Ue8peet auxmäne5 des vietimes! Nationalgarde zu Pferde, Dragoner, Kürassiere und reitendeArtillerie eröffneten den Marsch. Alsdann kamen die vereinigten Musikcorps vonsechs Legionen Bürgergarde und ebenso viel Jnsanterieregimentern; hinterher gingenPelotonweise, vier Mann hoch, Nationalgarde, Mobilgarde und Linientruppen unter-einander. Sodann folgten die Leichen der Gebliebenen in 16 Särgen auf vier Lei-chenwagen, mit dreifarbigen Fahnen bewimpelt und mit zwei Pferden bespannt. Jedem