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Fünfter Band.
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Der pfälzisch-kubische Krieg vorn Jahre 184S.

in und um Anweiler waren, antreten lassen, und sie zur Ausdauer ermähnt hatte,war er den folgenden Tag, Sonntags um 7 Uhr Morgens, aufgebrochen, seinenWeg durch das enge anweiler Thal nehmend. Schon um 5 Uhr hatte die Com-pagnie des HauptmannS Römer vorn zweibrücker Bataillon das Dorf Wilgardswiesenrecognoscirt, und den Ort bereits vorn Feinde besetzt gefunden. Die Compagniefaßte bei der rinnthaler Mühle Stellung und detachirte aus die vorgelegenen Höhen.Als nun der Feind den Angriff begann, der ihm so leicht gemacht worden war, weilman die Höhen nicht hinlänglich besetzt und die Pässe nicht genug verbarrikadirthatte, warfen die Aufständischen anfänglich den Haupttrupp der feindlichen Avantgardedurch ein gelegtes Versteck auf etwa 100 Schritt zurück, mußten aber dann zurück-gehen, als neue feindliche Tirailleurs gegen den linken Flügel der Compagnie RömerauSbrachen und den Weg nach Anweiler zu verlegen drohten.

Die Studentencompagnie unter Hauptmann Petersen, die Compagnie Besanconunter Manteuffel, sowie die Compagnie Lorreck gingen nun über Anweiler, wo siesich den Weg erst durch Hinwegrä'umung der daselbst angelegten Barrikaden bahnenmußten, im Marsch-Marsch gegen Ninnthal vor. Sie hatten kaum das Dorfpassirt, als sie auch bereits von allen Seiten durch die Kugeln des Feindes getrof-fen wurden. Wiewol sie wenigstens eine halbe Stunde stark laufend zurückgelegt,waren sie dennoch zu spät gekommen. Die Preußen hatten die vor Ninnthal liegen-den Höhen mit Tirailleurs gekrönt. Die Compagnie Lorreck warf sich rechts derStraße denselben entgegen; es entspann sich ein heftiges Feuer, das nun auch vonder Studentcncompagnie links der Straße gegen die feindlichen Plänkler eröffnetwurde. Die Compagnie Besancon besetzte unterdessen im feindlichen Kugelregen diebei der rinnthaler Mühle aus'starken Balken errichtete Brücke; hinter dem Dorfestand die Reserve. Die Compagnie Lorreck wurde geworfen, und mußte ihren tödt-lich verwundeten Hauptmann auf dem Platze lassen. Das feindliche Feuer ent-wickelte sich immer heftiger, sodaß sich nun auch die Studentencompagnie zum Wei-chen genöthigt sah, wozu sich noch das Unglück gesellte, daß an der Queue des An-griffscorps Unordnung einriß. Dem Oberstlieutenant Willich blieb so nichts Anderesübrig, als zurückzugehen. Unter dem Feuer der feindlichen Jäger, das besonders dieBrücke, über welche der Rückzug geschehen mußte, traf, zog er zuerst die in undhinter dem Dorfe stehende Compagnie zurück, dann die Compagnie Besancon, undzuletzt die Studentencompagnie, welche die Arrieregarde bildete. Nachdem er seineTruppen wieder etwas zur Ordnung und Ruhe gebracht (die Auflösung war nichtgering gewesen), setzte er, um den nachrückenden Feind zu täuschen, fast im langsa-men Schritt seinen Rückzug fort, und brachte es dadurch wol in der That dahin,daß der Feind glaubte, Willich bilde die zum Angriff vorgegangene Avantgarde einesgrößern Corps. Der Hauptmoment des Gefechts war gegen 2 Uhr Nachmittags.Die Verluste wurden auf beiden Seiten verschieden angegeben: der Verlust der Auf-ständischen wird auf 10 Todte, 40 Verwundete und 70 — 80 Vermißte gerechnet.Major Schimmelfennig wurde in diesem Gefechte, als er eben beim Zurückgehen zuPferde steigen wollte, am Beine verwundet, und mußte sich auf französisches Gebietbegeben, um sich herstellen zu lassen.

Hätte man die dem Feinde zugelegenen Höhen frühzeitig genug besetzt, die en-gen Thalwege gehörig verbarrikadirt und ungangbar gemacht, so würde man durchdieses Gefecht sicherlich im Stande gewesen sein, den Feind auf längere Zeit hieraufzuhalten, umsomehr, da man aus Karlsruhe ein Bataillon badischer Freischarenzur Unterstützung erhalten hatte, die auch am Gefecht theilnahmen. Von den Höhenherab konnte man die anrückenden Preußen mit Steinen angreifen. Indessen scheinteine verschiedene Ansicht über die Art und Weise, wie mit den Preußen anzubinden,zwischen Willich und Schimmelfennig geherrscht zu haben; Jener scheint für den An*griff über Ninnthal hinaus, Dieser für Verbarrikadirung und Vertheidigung Anwei*lers gewesen zu sein. Ehlert rückte wahrend des Gefechts aus Eußersthal nach An-weiler zu, durchschritt die Stadt, mußte aber dann, als die Verwundeten aus dem