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Fünfter Band.
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156 Der pfälzisch-badische Krieg vom Jahre 1849.

hatte das Gros, als es sich nach Ubstadt zurückwarf, eine starke Barrikade im Ein-gänge errichtet, und Hauptmann Zinn die Brücke sowie den Kirchhof beseht, gegen,welche die Preußen ihre Anstrengungen richteten. Gleichzeitig ward auch von diesendas Dorf mit Granaten beworfen. Das Bataillon Oberkirch eilte dem Dorfe zuund ließ das neustädter Bataillon im Stich. Nun erst rückte die Zwölspfünder-Bat-lerie vor, die, wenn man sie vom Anfang an richtig verwendet hätte, die Preußengewaltig incommodiren konnte. DaS neustädter Bataillon erreichte in weitem Um-kreise den Wald, und gelangte dann wieder zu dem Bataillon Oberkirch. Ubstadtmußte verlassen und der Rückzug, auf welchem Oberstlieutenant Techow die Ordnungdurch geschickte Aufstellungen herzustellen suchte, nach Bruchsal angetreten werden.Die Volkswehr hatte sich brav geschlagen und sich auch, bis auf ein Bataillon,welches verweigerte ohne Geschütze die Ebene zu passiren, der Disciplin unterworfen.Ware man diesen jungen ungeübten Truppen mit den Kanonen zur Unterstützunggekommen, sie würden vor den preußischen Kanonen besser standgehalten haben. Denabziehenden Aufständischen sprengte eine kecke preußische Ulanenpatrouille (wahrschein-lich vom 8. Ulanenregimcnt) mit einem Offizier an der Spitze nach; dieselbe erhieltjedoch von den Scharfschützen, welche den Feind bis auf etwa 50 Schritt heran-kommen ließen, eine solche Ladung, daß sie des Umkehrens überhoben wurde. Derspäter in Rastadt erschossene Geschützführer Schrader sicherte durch ununterbrochenesKartätschenführer den Rückzug der Aufständischen. Gegen 7 Uhr hin hatte dasGefecht begonnen; um Mittag war es beendigt. Der Verlust der Preußen wirdauf 15 — 20 Todte (inclusive 1 Offizier) und über 50 Verwundete (unter denen 1Stabsoffizier und 1 Subalternoffizier) angegeben. Der Verlust der Aufständischensoll sich aus 40 Todte, 40 Gefangene und 100 Verwundete belaufen haben; dochist die letztere Zahl wol zu hoch.

Unter dem Schutze der vor Bruchsal aufgefahrenen Artillerie und der ausge-stellten Vorposten sammelten sich die einzelnen Trupps vor dem Thore des Orts, wel-ches man, um der Unordnung ein Ende zu machen, durch Cavalerie sperrte. Sznaydehatte am 23. sein Hauptquartier nach Bruchsal verlegt. Die Truppen bivouakirtenlängs der Straße, und verblieben in dieser Stellung bis den andern Tag (24. Juni)7 Uhr Morgens, zu welcher Zeit der General aufs neue gegen Ubstadt, um Etwasüber Mieroslawski zu erfahren, vorrückte. Das Gefecht selbst war für Mieroslawskiinsoweit von Nutzen gewesen, als ihn die Preußen nach dem Treffen von Waghäuselnicht verfolgten.

Btenker stand am Tage des Gefechts in Graben, wie es heißt, unthätig. Ersoll jedoch den Befehl erhalten haben, sich von da nach Untergrombach, also andie Queue der Sznayde'schen Armee zu dirigiren. Bei dieser Bewegung, wo-durch der ganze linke Flügel blosgegeben wurde, sodaß es für die Preußen ein Leich-tes gewesen wäre, den Psälzern in den Rücken zu fallen, muß sich wol eine Com-pagnie der polnischen Legion in Neudors verspätet haben. Auf diese stieß der Feind,und da er Kanonen gegen die kleine sich tapfer wehrende Schar anwendete, sogardas Dorf in Brand schoß, scheint es, als habe er den Gegner für bedeutend stärker,oder für einen größern Theil der aufständischen Armee gehalten. Am 23. Juni ver-legte Hirschfeld sein Hauptquartier in der Richtung auf Ubstadt nach Langenbrücken-

Rückzug der Aufständischen hinter die Murg; Zusammentreffen bei Sinsheim (22. Juni);

Gefecht bei Durlach (25. Juni); Kampf an der Murg (28. und 29. Juni); Gefechtbei Gernsbach (27. Juni); Gefecht bei Oos (30. Juni).

Nachdem Mieroslawski in Heidelberg angekommen, gab er zum folgenden Tage,zum 22. Juni, auf 8 Uhr Morgens den Befehl, den Rückmarsch, oder wie er esin seinem Bericht nennt, den Flankenmarsch anzutreten über Gutleuth, Neckargemünvnach Sinsheim, um so den Preußen auszuweichen, sie zu umkreisen, und Karlsruhe,oder vielmehr die Stellung hinter der Murg, zu erreichen. Es handelte sich beldieser gewagten Bewegung darum, das Peucker'sche Corps, von welchem der Genera