Der Pfälzisch-badische Krieg vom Jahre 184S. 155
Flügel stand unthätig in Durlach. Der Dictator Goegg aber machte dieser Unthä-^Zkeit bald dadurch ein Ende, daß er, ohne weiter auf Sznayde zu warten, diesemNügel befahl, nach Weingarten in der Richtung auf Bruchsal vorzugehen. Manhatte nä'mltch den Kanonendonner von Waghäusel her vernommen. Willich war inder Nacht vorher schon nach Weingarten vorgerückt; er hatte daselbst unverhofft voneinem preußischen Piquet eine Salve erhalten, sich aber von der Überraschung baldwieder erholt, und seinen Weg nach Grombach zu fortgesetzt. So erreichte er Bruch-fal, nachdem die Division Brun dasselbe verlassen und gegen Waghäusel, wie obenangeführt, abmarschirt war. Sznayde folgte nach Bruchsal am Abend des 22. Juni.
hatte nach dem Gefechte von Waghäusel, über das ihm keine speciellere Kundegeworden, sich auf die Defensive beschränkt; jetzt aber mußte er, außerdem auch durch^oegg auf das energischste angespornt, dieselbe verlassen und offensiv werden. Erdisponirte zu diesem Zwecke folgendermaßen: Die Avantgarde unter Annecke operirtgegen Stettfeld; der linke Flügel unter Biedenfeld nimmt Stellung in Forst, linksvon Bruchsal; der rechte Flügel unter Willich gegen Unterorisheim, rechts vorwärtsvon Bruchsal; das Gros in Bruchsal. Die Gesammtdirection ist Wiesloch. DieDetachements erhielten Befehl, sobald sie feuern hörten, in der Richtung des Feuersaufzubrechen. Am 22. Juni, 10 Uhr Morgens, traf das Gros schon in Bruchsal ein.
Annecke bezog mit 2 Bataillonen und 2 Geschützen bei Ubstadt Vorposten, undwurde am Morgen des 23. Juni zwischen Ubstadt und Stettfeld von der drittenpreußischen Division, die ihn ohne Zweifel für die Arrieregarde Mierostawski's ge-halten haben mußte, angegriffen und geworfen. Weder vom linken noch vom rechten«/ugel erhielt er Unterstützung. Vom rechten Flügel, wo sich Willich befand, war^rs auch nicht möglich; denn Dieser hatte auf eigene Faust hin seine Position ver-ölst", und war ganz und gar weggerückt, gegen Sinsheim zu. Der Grund dieses^ sehr zu tadelnden Verfahrens ist unbekannt; doch leuchtet aus Manchem hervor,aß Willich sich mehr als Freicorpsführer denn als einen intcgrirendcn Theil derrmee betrachtete, und so zu wiederholten malen sich schwer verging.
^cachdem Sznayde von der Gefahr, in welcher Annecke schwebte, benachrichtigtwar, ließ er in Bruchsal Generalmarsch schlagen, und rückte in Geschwindschritt miteurer Chevauxlegers-Escadron unter Rittmeister Mayer aus Zweibrücken und einer^echspsiinder-Batterie an der Tete vor, hinter welchen das erste Treffen (3 Bataillone,jedes 3—400 Mann) und das zweite Treffen (3 Bataillone und 4 Zwölfpfünder) folg-ten. Vor Ubstadt angekommen, beorderte Sznayde das erste Treffen gegen diesen^rt; das zweite Treffen rechts dahinter in den Wiesengrund; und in der Tiefe deSr. ^ Brücke, ließ er die Artillerie Stellung nehmen. Jenseit Ubstadt
hatte der Feind den Wald bei Forst und die Weinberge mit Tirailleurs besetzt, welche,nachdem man eme geraume Zeit im Unklaren darüber gewesen, ob es Feinde oderFreunde seien, durch Plänkler vom neustädter Bataillon vertrieben wurden. DochUeßcn sich Letztere zu einer zu heftigen Verfolgung verleiten, und kamen so außerVerbindung mit ihrem Bataillon und mit dem Ganzen. Das zweite Treffen
schwenkte nun, das Bataillon Oberkirch als Pivot, den Pla'nklern nach, links gegenre Straße. Das Gros war unterdessen durch Ubstadt gegangen, gerieth in dasin"^ Preußischen Batterie, hielt einige Kartätschenladungen aus, und warf sichk-s ^ Drt zurück. Die Artillerie Sznayde'ö war bis dahin, weil ihre sonstigenBefehlshaber, Annecke, der nicht zu ihr gelangen konnte, und der Major^ch, fehlten, unthätig geblieben, und Niemand dachte daran, sie vorrücken zu lassen.
zweite Treffen war so fast ganz isolirt, und gerieth in eine misliche Lage. Einewenr> >chb Colonne rückte gegen dasselbe vor, sich zuerst gegen das Bataillon Neustadt<te ^d. Als aber eben der Commandant des Treffens das Bataillon Oberkirchdem"n>^ Preußen führen wollte, warfen sich die vorgegangenen Plänkler ihm mitleibst"Die Preußen sind schon in Ubstadt! entgegen, und verwandelten die^ Ordnung, welche bisher noch in dem Treffen geherrscht, in Unordnung. Imorse hatte sich auch in der That ein heftiges Eewehrseuer entsponnen; denn hier